WM ist: Dylan macht das Weltbild wieder rund

WM ist …
langsam – selbst in der Welt der zynisch distanzierten Moffenhaatler, sofern man das sagen kann, obschon es das Wort noch nicht gibt, das Gefühl einkehren zu lassen, daß die Deutschen doch gewinnen könnten.
Ach Shit, ich brauch nur Distanz, einen Tag ‘raus aus der Nummer, morgen, So, sind wir bei dem Meister, Dylan in Gelsenkirchen begucken, ziemlich teure Karten im Durchschnitt, wenn ihr mich fragt, Männer, die üblichen Hundert Flocken, aber eine traumhafte Location, du guckst runter aufs Wasser, den Kanal und die Bühne, wo der Meister quasi gegen den Sonnenuntergang spielen wird, und zwar ‘Watchtower’ als erste Zugabe, eher young-esk zerschrundet, wie üblich halt; grad aus Roskilde eingeheli-t, sagt man, so, ich weiß nicht. Jedenfalls, er wird uns Kraft spenden, die überlegene Distanz durchzuhalten, und wir wollten eigentlich sogar ab heute da zelten; aber die verlangen dafür, im Ernst, Deine Ausweisnummer und 25 Euro per night und der Zeltplatz ist voller Engländer, jedenfalls, das erste geht mit mir nicht an. Obwohl, wie der zuständige Pressefritze mir Fr gesagt hat, „unsere Inselgäste mit acht Litern Bier den Tag“ im benachbarten Biergarten kalkuliert werden. Wäre also zusätzlich sehr spannend geworden; aber ich weiß aus Erfahrung, ein Dylan-Konzi reicht, um ein Vierteljahr smooth und laid-back zu werden mit der Welt. Irgendwas mit der abgefuckt seligen Ruhe von Ken durchs Geläuf tigern. Soo – jetzt muß ich aber schleunigst mein Holzfällerhemd aufbügeln..

(3) Einwürfe

Polizeisprecher bestätigt Bloggerschätzung.

Paderborn (jos). Gerade bei NW-News gefunden (Anmeldung erforderlich). Ob gestern wirklich „ein paar weniger“ Fans am Westerntor waren, als beim Achtelfinale gegen Schweden, ist schwer zu sagen. Nach dem Vorrundenpiel gegen Ecuador war noch von 3000 Menschen die Rede.

[...] Uli Krawinkel schätzt die Menge auf 4.000 bis 5.000 Fans, das wären sogar ein paar weniger als beim Achtelfinale. Aber ringsum auf den Straßen, da ist sich auch der Pressesprecher der Polizei sicher, „da sind einige tausend Menschen mehr auf den Beinen.“ Schon um 20 Uhr geht auf dem Westerntor gar nichts mehr. Wer seine Fahne aus dem Pkw schwingen will, muss sich längst andere Wege suchen. [...]

Ein wenig enttäuschend sind nach wie vor die Bilderserien der NW. Scheint, als ob die Kollegen vom Lokalsport auch nur mit Fotohandys unterwegs sind.

PS: Gerade einkaufen gewesen, sie hupen und kreiseln immer noch ,) Oder schon wieder.

(3) Einwürfe

WM ist…

…kein Sex vorm Spiel.

(2) Einwürfe

Wer hat uns verraten? Langnese!

Gerade hier aufgelaufen. Wollte mir an der Trinkhalle vorher ein Eis
holen, hat ja imma auf, is ja WM: Grausel, fröstel. Warum?

Langnese hat den klassischen Flutschfinger in dieser Saison zu einem
Deutschland-Händchen (schwarz-rot-gelbes Wassereis) umgeformt und ihn
‘Heimspiel’ genannt.

Das klassische Banana-Split, das mir schon auf meinem gelben Bonanzarad
in der Quinta gute Dienste in Sachen coole Farbabstimmung leistete,
heißt jetzt
Bananenflanke
und ist auch optisch aufgebrezelt.

Dieses Lachgesicht-Eis, mit dem Erdbeergesicht und dem Vanillekopf,
das wie eine Kinderwurstscheibe aussah, heißt
jetzt Anpfiff und hat „eine tolle Pfeife als Stiel“ (Langnese).

Ein Hörncheneis, wie man es früher auf der Kirmes in flüssige Schokolade
getaucht gekriegt hat, heißt jetzt COPA MUNDIAL de la FIFA.

Und diese Kügelcheneise haben sie auch eingespannt – „Diese Shots sind wirklich torgefährlich: in den Fußballfarben schwarzweiß mit
Cola- und Zitronengeschmack und mit lustigem Fußball-Lexikon
auf der Packung“ (Langnese).

Jedenfalls, ich bin verzweifelt; ich habe mein Leben lang zu Langnese
gehalten, trotz manch wirrer Kampagnen.

Denn hier in der Region regiert Langnese, Langnese hat meine
Eis-Sozialisation geprägt; von Wilbers (Erdbeer, Vanille, Sahne) in Moers
und Palatini (Gurke, Koriander, Ingwer) in D’dorf vielleicht abgesehen.

Und ich war nie sowieso nie ein großer Freund von Schöller oder Eismann.
Auch in der Sommerfrische nie.

Egal, ich werde mich jetzt für den Hausgebrauch zu Mövenpick bekennen. Oh, toll; im Kühlschrank; irgendwas mit Braunzuckerkrusten-Vanille; seltsam, daß man dazu sehr gut Zion Train ‘Live in Bristol’ hören kann ..

Einwurf (1)

Videos vom Westerntor

(auch auf taxi-blog.de veröffentlicht)

„An solchen Tagen ist es schon verdammt schwer, sich lächerlich zu machen!“ meinte ein Freund beim Fußmarsch Richtung Westerntor, munter die improvisierte Fahne schwenkend. Improvisiert, weil die Flagge an einem Schrubberstiel etwas merkwürdig aussah.

Nun, das war dann also die erste Westerntor-Blockade, bei der ich nicht als neutraler Beobachter dabei war, sondern sieges- und biertrunken mitgefeiert habe.

Aber schauts Euch selbst an. Vier kurze Videoclips davon (ich hab die Kamera gehalten, Ihr braucht mich gar nicht erst zu suchen) gibt es bei youtube.com.

Entweder direkt auf youtube.com mit diesem Link: youtube.com/group/taxiblog

Oder nach dem Klick auf „Verlängerung“ direkt hier im Blog.

Okay, die Einbindung von youtube-Videos geht also nicht… Dann halt nur über die youtube-group oder das taxi-blog.de.

(3) Einwürfe

WM ist…

…wenn selbst der Traffic der Wikipedia zum Anstoß um 100 mbit/s einbricht (die Zeiteinteilung ist UTC – man muss also zwei Stunden addieren).

060701 wikitraffic (m)

via Tim Bartel, wikipedistik.de

Keine Einwürfe zugelassen

WM ist…

…wenn sich Geschichte wiederholt (Vorsicht, Fußballerhumor für Insider).

060630 ArgentinischeMaedchen

Keine Einwürfe zugelassen

Lagebericht Paderborn. Bisschen pathetisch.

[Die Bilder sind unten. Und bei flickr.com]

Eigentlich wollte ich ja daheim bleiben, endlich mal aufräumen. Dinge tun, bzw. vor allem Dinge nicht tun. Ging nicht, ich war einfach zu hibbelig.

War ja auch ein spannendes Spiel. Vielleicht, so pathetisch es klingen mag, das wichtigste der WM. Nicht nur für die deutsche Mannschaft, sondern auch für die Stimmung in diesem Land.

Wer hätte vor der WM auch nur einen Cent auf die Klinsmann-Truppe gewettet? Die Euphorie des Confed-Cups 2005 war längst verflogen, die deutsche Abwehr machte in den Vorbereitungsspielen alles andere als einen vertrauenserweckenden Eindruck.
Verlängerung »

(3) Einwürfe

Viertelfinale ist …

… wenn es selbst den Kaiser nicht mehr auf seinem Sitzplatz hält.

Keine Einwürfe zugelassen

Wie der brasilianische Präsident, der kommt auch erst zum Endspiel.

Ist es eigentlich überheblich, nicht einmal die Speicherkarte im Handy für neue Bilder freizumachen, weil es bei einem Sieg gleich gegen Argentinien ohnehin wieder das inzwischen bekannte Chaos in der City geben wird?

Und wenn es keinen Sieg gibt, will man dann überhaupt in die Stadt? Die vermeintlichen Verlierer feiern, die schon jetzt weit mehr erreicht haben, als all die Dummschwätzer & Pseudoexperten uns im Vorfeld der WM prognostiziert haben?

Ach, schaun’ mer mal.

Einwurf (1)

WM ist…

…wenn der deutsche Kaiser in Österreich wohnt.

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DFB-Pressekonferenz: Phoenix für alle

Ich bin ja passionierter Phoenix-Gucker. Ansprachen, Podiumsdiskussionen, Pressekonferenzen – das alles hat so etwas beruhigendes. Die Leute tauschen Phrasen aus, jeder kennt die Spielregeln und manchmal erlauben sich die Herren und Damen auf dem Bildschirm sogar kleine Spiele – natürlich inenrhalb der ungeschriebenen Regeln eines Phoenix-Ereignisses. dieses Feeling wird jetzt auch der Normalbevölkerung vermittelt – dank der fast täglichen Übertragung der DFB-Pressekonferenz.

Ich genieße diese Übertragungen. Man muss nicht genau hingucken, das Ritual beansprucht keine Aufmerksamkeit. Eine Tribüne, ein Mediendirektor, ein Trainer und noch ein Spieler als Ablöse. Es funktioniert genau im Prinzip genau so, wie die Phoenix-Pressekonferenzen. Jeder weiß, was er so fragen darf, der Humor ist sorgfältigst dosiert und man lässt ab und an etwas Menschlichkeit durchblitzen. Nicht zu viel. Und doch hat die DFB-Pressekonferenz ein paar eigene Regeln. Spannend finde ich, dass der Bundestrainer anscheinend keine Nachnamen mehr hat. Alle nennen ihn nur noch Jürgen, auch diejenigen, die ihn noch siezen.

Nett eingeleitet diese Fragen immer mit dem öffentlichen Outing des Fragestellers: Herr XY vom Bad Herpoldinger Tagesblatt, Herr AB von der Frankfurter Allgemeinen… Man muss schon was fragen, damit man im Fernsehen kommt. Nichts gehaltvolles, schließlich sehen Millionen zu. Das hilft den alten Aberglauben zu bekämpfen, nur die Fußballer selbst würden kuriose Zitate ablassen. Jürgen, Sind Sie abergläubisch? Wie gefällt Ihnen Berlin, Jürgen? Wollen Sie gewinnen, Jürgen? Werden Sie gewinnen, Jürgen?

Keine Einwürfe zugelassen

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