Archive for Fan-Blog

Der Grund, warum ich früher nicht für arte arbeiten wollte

Ist ein Ball nur ein Ball nur ein Ball?

Fußball ist ein Spiel des unglücklichen Bewußtseins, wie Benjamins Trauerspiel, findet es vor Traurigen statt. Nichts ist dem Fußball unangemessener als der bierselige Vers “So sehn Sieger aus…” Fußball ist und bleibt ein Sport für Loser, zwar nicht für die “radikalen Verlierer” Enzensbergers, die nur eine Ausgeburt des Ressentiments eines alten Mannes sind, sondern für “unglückliche Verlierer”.

.. von Andrèa, bei Frau Bunz in den Kommentaren.

Keine Einwürfe zugelassen

Huup! Huup!

Dritter Platz. Und das strapazierteste – außer Schweinsteigers rechtem Fuß, Figos Hintern und Oliver Kahns Torwarthandschuhen sind: die Hupen. Eben einen kleinen Abstecher über den Ku’damm gemacht. Keine Ahnung was die Leute alle haben. Große Party? naja. Da wird nicht gefeiert. Sondern gehupt. So strapaziert werden die Autotröten sonst wohl nur bei Bummelstaus. Habs mit dem MP3 Ogg-Player aufgezeichnet, lade es nachher hoch, wenn mans halbwegs hören kann. Sieben Minuten Ku’damm ab 23:20 – falls einer Atmo für einen Podcast oder so braucht, bediene er sich.

Keine Einwürfe zugelassen

plomlompom in der Coca-Cola-Fußball-WG

(Parallelveröffentlichung bei plomlompom und Kick Dich.)

Vorgeschichte

Frühjahr 2006: Proteste und Boykotts der Linken haben die Coca Cola Company beinahe in die Knie gezwungen. Die Bosse des Unternehmens stehen kurz davor, ihre Niederlassungen in Südamerika der Arbeiterschaft zu schenken, jedem Inder eine Rente von fünf Apollinaris-Flaschen täglich zu spendieren und sich kleinlaut aus den Märkten des übrigen Planeten zurückzuziehen, um sich zugleich für ein Jahrhundert amerikanischen Kulturimperialismus zu entschuldigen. Die Welt atmet auf: Die Befreiung von der tyrannischen Knute des Brause-Monsters naht.

Doch die Welt hat nicht mit den evil masterminds von Knallgrau New Media Solutions gerechnet. In ihrer Firmenzentrale im finsteren Österreich, einem Lande jenseits diesseits der Karpaten, das schon so manches Unheil auf den Planeten warf, plotten sie genialisch die kapitalistische Konterrevolution: Die neben Coca Cola übrigen beiden größten Übel der Menschheitsgeschichte, der Fußball und die Korrumpierbarkeit einiger Vertreter des Welt-Hoffnungsträgers Bloggertum, sollen mit dem ersten Übel zusammengeschweißt und so zu einer Atombombe wider die Aufklärung und Emanzipation gestählt werden.

Der Plan im Einzelnen: Die Fußball-Weltmeisterschaft im Sommer in der BRD schaltet bereits einen Großteil der kritischen Fakultäten auch im europäischen Bloggertum aus. Hierein setzt Knallgrau, in Kooperation mit der Coca Cola Company, eine Gehirnwäsche-Fabrik in Form einer verführerisch fußballthematisch eingerichteten Edel-WG. Hier sollen jene, die inzwischen die Weltöffentlichkeit beherrschen — die Elite der Meinungsmultiplikatoren, die sich Bloggertum nennt –, zu willigen Coca-Cola-Propaganda-Sklaven umerzogen und so der unvermeidlich erscheinende Untergang des Coca-Cola-Imperiums in letzter Minute aufgehalten werden. Der ethische und emanzipative Anspruch des Bloggertums, jener letzten Hoffnung der Menschheit auf Rückeroberung der Medien und infolge ein besseres Zusammenleben aller Völker und noch mehr Katzenbilder, werde nebenbei gleich mit erledigt.

Für Stärkung des Monopolkapitalismus und Untergrabung emanzipativer Bewegungen ist plomlompom natürlich immer zu haben. Also ließ ich meine Kontakte zum zwielichtigen Igor spielen, der es mit hinterhältigen Tricks („ich habe mich einfach beworben“) für drei Tage in die WG schaffte. Zwei Mal besuchte ich ihn.

Der erste Besuch: Fußball ist ein schöner Sport

Meine umfangreiche photographische Dokumentation des ersten Tages fiel leider dem Verlust meiner Kamera zum Opfer. Der geneigte Leser könnte sonst die Pracht des Wilmersdorfer Nobelhauses bestaunen, in dem die WG placiert ist, den filmreifen Fahrstuhl, die schwindelerregende Wendeltreppe hinauf ins oberste Stockwerk. Dort findet sich das Luxus-Appartment, in das Coca Cola und Knallgrau die naiven Bloggerkinder einsperrt, mit nichts als Kühlschränken endloser Vorräte edler Biere und sämtlicher denkbarer und undenkbarer Soft-Drinks der Coca Cola Company, einem riesigen HD-Breitbildfernseher mit X-Box, Computer-Terminals, Kunstobjekten, Schlafgemächern, einem gigantischen Badezimmer und einem Dachgarten mit Blick über die zu Füßen liegende Stadt und den Kudamm. Noch um ein Weiteres intellektuell zermürbend die monothematische Innendekoration: Fußballteppiche, Fußbälle von der Decke runterhängend, kleine Fußball-Actionfiguren allerorten, Fußballsitzsäcke.

Im Allgemeinen dem Bösen und damit auch der Coca Cola verschrieben, konnte ich dennoch an Fußball noch nie so recht etwas Interessantes finden. Aber der zwielichtige Igor nahm mich sogleich zur Seite und setzte mich an die X-Box, wo gerade ein Fußball-Videospiel lief. Rasch war ich begeistert, denn mitspielend verstand ich nun intuitiv die Regeln des Fußballsports: Man steuert eine Mannschaft und muss mit dieser versuchen, den Spielern der gegnerischen Mannschaft möglichst oft möglichst brutal und schmerzvoll gegen die Beine zu treten, während sie den „Ball“ haben (ein im Grunde sonderbares und nebensächliches Accessoire, das ab und an unabsichtlich in Netzen an beiden Rändern des Spielfeldes landet, was wohl in empörendem Maße gegen die Regeln verstößt, denn dann gibt es immer erhebliche Leidenschaftsausbrüche bei Mannschaften und Zuschauern). Bei diesem tretenden Hinfallen und Beinstellen sammelt man Punkte, die sich „Fouls“ nennen. Hat ein Spieler genug oder besonders gute „Fouls“ zusammen, gelangt er aus dem Spielfeld hinaus in wahrscheinlich die nächsthöhere Spielstufe, und die Mannschaft hat gewonnen, die als erstes alle ihre Spieler in diese nächsthöhere Spielstufe bugsiert hat. Hätte ich das mal früher verstanden, wäre ich bestimmt mit einem größeren Interesse für dieses schöne Spiel aufgewachsen. Jedenfalls macht die Sportart so richtig Spaß.

Jeden Tag eine böse Tat, ist das Lebensmotto vom zwielichtigen Igor, so dass er überaus zufrieden war, mich solcherart in der Gehirnwäsche-WG zum Fußballfan erzogen zu haben. Das Tagewerk war verrichtet, wir stürzten uns ins Nachtleben, trafen einen weiteren Netzmenschen und fuhren mit ihm nach Kreuzberg, um dort dort kurz in die Kick-dich-Gründungskneipe rein und auch gleich wieder raus zu schauen.

Der zweite Besuch: Medienverschwörung unter Beobachtung

Am Sonnabend dann besuchte ich den zwielichtigen Igor von Neuem in der WG, wo er bereits eine veritable Netzverschwörung um sich geschart hatte. Rechtzeitig zu einem dekadenten Dachgarten-Grillnachmittag war das Medienrauschen-Imperium angereist. Über den Kudamm und darüber hinaus blickschweifend, genoss man die frische Luft diverse Stockwerke über dem versmogten Normalbürgerstraßengrund, lümmelte sich unter zwei großen Sonnenschirmen in eleganten Fußball-Sitzsäcken, schlürfte das Blut südamerikanischer Kinder aus edlen Cola-Flaschen und beratschlagte, was man über die Coca-Cola-Werbung auf der Medienrauschen-Website hinaus noch so an Bösem über die Welt bringen könne, bevor die Diskussion unweigerlich zum Chic oder Non-Chic der neuen Apple-Notebooks abglitt.

Jäh wurde das Konspirieren unterbrochen, als ein investigativer Journalist mit Kameramann aufs Dach gesprungen kam, der sich unter seiner Tarnidentität MC Winkel vorstellte. Hinterhältig bot er sein sicherlich mit Wahrheitsdrogen und Ortungssonden durchsetztes Holsten an. Beim kurz darauf beginnenden Spiel England gegen Portugal placierte er sich, wie dieses Foto dokumentiert, in seiner Guckposition auffällig nah am zwielichtigen Igor, den er fraglos auszuhorchen suchte, so dieser mit dem neben ihm sitzenden plomlompom Geheimcodes austausche. Auch MC Winkels am selben Tag noch veröffentlichte Dachgarten-Videoreportage ist ein nur oberflächlich durchs Vordergrundgeschehen verhüllter Paparazzo-Angriff auf die Medienrauschen-Verschwörung, die im Video bei den Stellen 00:00-00:01, 00:07, 00:08, 00:16-00:43 und 06:31-07:17 klar und deutlich im Hintergrund zu erkennen ist (während plomlompom himself treppensteigend seinen großen Hintergrund-Auftritt bei 00:57-00:59 genießt).

Das Spiel England gegen Portugal indes war bald zu langweilig, als dass plomlompom es weiter verfolgt hätte. Erst bei diesen rangepappten Torschuss-Momenten am Schluss (wie nennen Fußballer sowas gleich nochmal?) fasste plomlompom sich ein Herz und eine Bonaqua-Flasche und hatte Anlass zu einigem grouchomarxigen Augenbrauenhochziehen, wie dieses Video ab 00:28 dokumentiert.

(8) Einwürfe

Eier-Stöckchen

(auch auf Taxi-Blog.de veröffentlicht)

Um es mit den Worten von Olli Kahn und rechtzeitig vor dem Halbfinale zu sagen:

„Eier! Wir brauchen Eier!“

Da mach ich doch gleich mal den Versuch eines Stöckchens draus. Ich würde mich freuen, Eure „Eier-Bilder“ zu sehen. Unterstützt mit mir gemeinsam Klinsmanns Truppe!

Schickt mir Trackbacks, Mails, Links in den Kommentaren. Jugendgefährdende Sachen muß ich allerdings löschen… :D

Hier mein Beitrag:

Eier! Wir brauchen Eier!

Keine Einwürfe zugelassen

THE DREAM IS OVER: ENGLAND OUT (Sun; 8 pm, MESZ)

WM ist ..

sich, angesichts des Ergebnisses, auf die schmutzigen Einsen der beiden besten Tabloids Sun und Mirror zu freuen. Aber sowas von. Ich persönlich würde ja in erster Näherung sagen: ‘No More Blitz – Fuckin Brits’.
Aber jetzt kommt der doofe Herr Frege, auf dem Nebenschirm, da knips ich besser um. Oder aus. Und geh’ raus. Ciao, cry babes.

Einwurf (1)

Videos vom Westerntor

(auch auf taxi-blog.de veröffentlicht)

„An solchen Tagen ist es schon verdammt schwer, sich lächerlich zu machen!“ meinte ein Freund beim Fußmarsch Richtung Westerntor, munter die improvisierte Fahne schwenkend. Improvisiert, weil die Flagge an einem Schrubberstiel etwas merkwürdig aussah.

Nun, das war dann also die erste Westerntor-Blockade, bei der ich nicht als neutraler Beobachter dabei war, sondern sieges- und biertrunken mitgefeiert habe.

Aber schauts Euch selbst an. Vier kurze Videoclips davon (ich hab die Kamera gehalten, Ihr braucht mich gar nicht erst zu suchen) gibt es bei youtube.com.

Entweder direkt auf youtube.com mit diesem Link: youtube.com/group/taxiblog

Oder nach dem Klick auf „Verlängerung“ direkt hier im Blog.

Okay, die Einbindung von youtube-Videos geht also nicht… Dann halt nur über die youtube-group oder das taxi-blog.de.

(3) Einwürfe

WM-Ärgernisse

Noch kurz nachgetragen, die Zeit war in den letzten Tagen arg beschränkt.

Beim letzten Deutschland-Spiel ging auch einiges schief…

Ich bin extra früh aufgestanden (hey, 16 Uhr Anstoß ist auch eine menschenverachtende Uhrzeit!) und wollte vorm Spiel noch mein Taxi holen. Geguckt werden sollte bei einem Freund (Beamer/Leinwand).

Nunja, unser Tagschichtfahrer teilte mir dann am Telefon mit, daß er es leider nicht vor 16 Uhr zur Zentrale schaffen würde. Mist, zur Notlösung wurde dann die Halbzeitpause. Paderborn-Wewer-Paderborn in knapp über 15 Minuten und die Geschwindigkeitsvorschriften wurden nur geringfügig im Bereich B1 übertreten. Ging noch.

Ein anderer Tagschichtler wollte auch mitschauen. Leider kam auch er ein wenig in Zeitnot. Freundlicherweise hat die Polizei genau in der Zufahrt zu seiner Zentrale seinen Laser aufgebaut: 35 Euro für 49km/h in der 30er-Zone.

Und die ganze Hetze wäre eigentlich nichtmal nötig gewesen. Unser Gastgeber hat nämlich die Uhrzeit ein wenig aus den Augen verloren. Somit hatte ich dann das Vergnügen, um 16 Uhr erstmal den Beamer anzuschmeißen und den TV-Server hochzufahren. Das erste Tor bekam ich damit auch nur durch den Jubel aus der benachbarten Gaststätte mit. Hmpf.

(2) Einwürfe

Wie es wohl am 10. Juli sein wird?

Ich lese ja keine Fußballblogs (Allesaussersport ist kein’s, oder? Also, im herkömmlichen Sinne jetzt?). Eigentlich. Ok, bis vor zwei Wochen hätte ich auch nie gedacht, mal in einem zu schreiben.*

Fooligan hatte ich zum Start mal angelesen, das war aber irgendwie nicht meins. Gerade dann der zweite Versuch – und kurz darauf die Gewissheit, doch nochmal den Editor öffnen und einen Lesebefehl aussprechen zu müssen.

Verlängerung »

Einwurf (1)

Kaaskoppen goudablond, Rindfleischfresser käuen wider

Arghh. Was für ein elendes, taktisches Scheißspiel. Von wegen: Neuauflage eines Klassikers. Von wegen: ‘Saison in van der Vaart gekommen’. Allein, daß der den hat spielen lassen ..

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Hup Holland!

WMVenloBrueder

Irrer Fan

Ziemlich gewagt für alte Leute isses natürlich, mitten in der Woche auffm letzten Drücker nach Limburg zu düsen, also in unser tiefergelegtes Nachbarland meerseitig, um das Spiel zu begucken – wo wir denn eigentlich schon seit Nachmittag hätten da sein müssen. Sofern Zeit gewesen wäre. Aber die Bahn wird frei sein und wir pünktlich; klar, gut daß ich nicht fahre; und jetzt muß ich meine Sonnenbrille gegen meine Klarsichtbrille tauschen, schnell, schnell, alles so dunkel hier, ich hoffe, ich finde die.

(2) Einwürfe

Doofer Hilfszocker im Glück: Deutschland macht ihn reich

Mit einem Einsatz von neun Euro, vor dem Eröffnungsspiel gezockt, super kompliziert gesetzt, auf Gewinner und Torsummen in Gruppen und so, auf Anraten meines Kumpels Matts, mehrere Myriaden Euro gewonnen. OK, ich muß natürlich ein Sechstel für den Tip abgeben, alternativ hätte ich den dreifachen Einsatz bezahlen müssen. Interessanterweise soll das ein Modell gewesen sein, das auf gelernte Versicherungsmathematiker zurückgehen soll, aber das sagt ja jeder in der Statistik — der Landeshauptstadt, in der jeder cooler Zocker sein will: Jetzt kaufen die Versicherungsmathematiker, versehen mit dem Input von dem Katastrophentip, die ganze Welt auf, damit Deutschland Weltmeister wird. Und die Quoten sinken. – „Es wird böse enden“, HST.

Aber trotzdem schweinegeil. Und seltsam.

Das ist doch total lächerlich mit der Zockerei, solange das läuft. Und ich versteh’ nix davon, das ist das Beste!

Unglaublich, Deutschland, England macht mich reich! Hatte ich noch nie.

(3) Einwürfe

Antizyklische Frage des Tages: Power-Poldi panne?

Reden wir nicht über das Ergebnis, reden wir nicht über Klose; da ist ja eh alles klar.

Reden wir über Proll-Poldi:

Warum ist Podolski eigentlich so unsouverän, der ARD keine Interviews zu geben – bei den Toren, die der zur Zeit ‘reinhaut und ‘reinhauen wird?

(6) Einwürfe

« Vor dem Spiel