Archive for Abseits

Onlinejournalismus: Lieber zu spät als zu früh.

Mit dieser pfiffigen(!) Headline sei nur kurz auf ein Netzfundstück (Danke Tim) hingewiesen, in dem die ARD das Ausscheiden der deutschen Nationalelf im Spiel gegen Argentinien kommentiert:

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Dass solche Artikel vorgeschrieben werden, ist nicht sonderlich ungewöhnlich (machen wir hier auch …), dass sie auch „live“ gehen hingegen schon.

Keine Einwürfe zugelassen

WM ist…

…wenn der Fuß schneller ist, als das Hirn.

Die Berliner Polizei informiert:

Im Berliner Stadtgebiet, mit dem Schwerpunkt Mitte und Pankow, wurden insgesamt sechs Fußbälle, die mit Beton gefüllt waren, entdeckt. Die Bälle waren mit einer Gliederkette an Laternen, Bäumen oder Geländern befestigt. In unmittelbarer Nähe des Balls stand jeweils mit rosafarbener Sprühfarbe die Aufschrift „Can u kick it“.

Bisher gab es zwei Verletzte.

(3) Einwürfe

WM ist…

C. Ronaldo -- Bild: Wikipedia…leider auch, wenn die Wikipedia-Seite des portugiesischen Stürmers Cristiano Ronaldo (Für die Mädels: Das ist der kleine Schnuckel mit dem Hundeblick) nach dem Spiel gegen England wegen Vandalismus vorübergehend gesperrt werden muss.

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(3) Einwürfe

WM ist: Dylan macht das Weltbild wieder rund

WM ist …
langsam – selbst in der Welt der zynisch distanzierten Moffenhaatler, sofern man das sagen kann, obschon es das Wort noch nicht gibt, das Gefühl einkehren zu lassen, daß die Deutschen doch gewinnen könnten.
Ach Shit, ich brauch nur Distanz, einen Tag ‘raus aus der Nummer, morgen, So, sind wir bei dem Meister, Dylan in Gelsenkirchen begucken, ziemlich teure Karten im Durchschnitt, wenn ihr mich fragt, Männer, die üblichen Hundert Flocken, aber eine traumhafte Location, du guckst runter aufs Wasser, den Kanal und die Bühne, wo der Meister quasi gegen den Sonnenuntergang spielen wird, und zwar ‘Watchtower’ als erste Zugabe, eher young-esk zerschrundet, wie üblich halt; grad aus Roskilde eingeheli-t, sagt man, so, ich weiß nicht. Jedenfalls, er wird uns Kraft spenden, die überlegene Distanz durchzuhalten, und wir wollten eigentlich sogar ab heute da zelten; aber die verlangen dafür, im Ernst, Deine Ausweisnummer und 25 Euro per night und der Zeltplatz ist voller Engländer, jedenfalls, das erste geht mit mir nicht an. Obwohl, wie der zuständige Pressefritze mir Fr gesagt hat, „unsere Inselgäste mit acht Litern Bier den Tag“ im benachbarten Biergarten kalkuliert werden. Wäre also zusätzlich sehr spannend geworden; aber ich weiß aus Erfahrung, ein Dylan-Konzi reicht, um ein Vierteljahr smooth und laid-back zu werden mit der Welt. Irgendwas mit der abgefuckt seligen Ruhe von Ken durchs Geläuf tigern. Soo – jetzt muß ich aber schleunigst mein Holzfällerhemd aufbügeln..

(3) Einwürfe

Wer hat uns verraten? Langnese!

Gerade hier aufgelaufen. Wollte mir an der Trinkhalle vorher ein Eis
holen, hat ja imma auf, is ja WM: Grausel, fröstel. Warum?

Langnese hat den klassischen Flutschfinger in dieser Saison zu einem
Deutschland-Händchen (schwarz-rot-gelbes Wassereis) umgeformt und ihn
‘Heimspiel’ genannt.

Das klassische Banana-Split, das mir schon auf meinem gelben Bonanzarad
in der Quinta gute Dienste in Sachen coole Farbabstimmung leistete,
heißt jetzt
Bananenflanke
und ist auch optisch aufgebrezelt.

Dieses Lachgesicht-Eis, mit dem Erdbeergesicht und dem Vanillekopf,
das wie eine Kinderwurstscheibe aussah, heißt
jetzt Anpfiff und hat „eine tolle Pfeife als Stiel“ (Langnese).

Ein Hörncheneis, wie man es früher auf der Kirmes in flüssige Schokolade
getaucht gekriegt hat, heißt jetzt COPA MUNDIAL de la FIFA.

Und diese Kügelcheneise haben sie auch eingespannt – „Diese Shots sind wirklich torgefährlich: in den Fußballfarben schwarzweiß mit
Cola- und Zitronengeschmack und mit lustigem Fußball-Lexikon
auf der Packung“ (Langnese).

Jedenfalls, ich bin verzweifelt; ich habe mein Leben lang zu Langnese
gehalten, trotz manch wirrer Kampagnen.

Denn hier in der Region regiert Langnese, Langnese hat meine
Eis-Sozialisation geprägt; von Wilbers (Erdbeer, Vanille, Sahne) in Moers
und Palatini (Gurke, Koriander, Ingwer) in D’dorf vielleicht abgesehen.

Und ich war nie sowieso nie ein großer Freund von Schöller oder Eismann.
Auch in der Sommerfrische nie.

Egal, ich werde mich jetzt für den Hausgebrauch zu Mövenpick bekennen. Oh, toll; im Kühlschrank; irgendwas mit Braunzuckerkrusten-Vanille; seltsam, daß man dazu sehr gut Zion Train ‘Live in Bristol’ hören kann ..

Einwurf (1)

Empathie für Randgruppen

Der neue Fußballstar
Sie sind schleichend, hemmen uns in unserem Denken und können Einige sogar in Angstzustände versetzen. Jeder von uns wurde schon auf die eine oder andere Art und Weise mit ihnen konfrontiert – Vorurteile. Und jetzt versetzt euch mal in diese Lage: Egal wo du hingehst, man betrachtet dich mit Abscheu, verurteilt dich wegen Äußerlichkeiten. Keiner gibt sich die Mühe, dich macht richtig kennenzulernen. Du willst die Welt verändern und endlich mal mit all den Stereotypen aufräumen.
Aber was macht man, um den Ruf einer Gruppe aufzuwerten? Man schafft positive Assoziationen! Und um diese möglichst vielen Menschen zu kommunizieren, wählt man das Leitmedium seiner Zeit und springt voll auf den Trend auf: Fußball.
Deswegen solltet ihr alle dieser armen Randgruppe eine Chance geben, damit sie endlich ihr Image aufpolieren kann. Als Deutsche/r kennt man ja die Vorurteile Anderer. Zeigt Empathie und schaut euch am Samstag Kakerlakenfußball an!

Keine Einwürfe zugelassen

Leben bis Männer

Heute ist ja gar kein Spiel. Und gestern war auch keines. Herrje. Da möchte ich mal eine kleine Buchempfehlung loswerden, denn zwischen den Finalrunden sind nun ja immer ein paar Tage frei – wahrscheinlich zur Erholung der Spieler – und da hat man dann eventuell Zeit etwas zu lesen. Und anbieten würde sich doch da auch Fußballliteratur, denke ich mir, damit man nicht gleich wieder rauskommt aus der Materie. Mein Tipp: Leben bis Männer von Thomas Brussig. Die, die Thomas Brussig kennen, wissen, dass in seinen Büchern immer, aber auch wirklich immer, von der Wende die Rede ist. Die haben Recht, denn so auch in Leben bis Männer. Und die, die mich kennen, fragen sich vermutlich, wieso gerade ich Fußball-Literatur (eher Fußball-Wende-Literatur, wobei die Wende nur in Bezug auf die Mauerschützenprozesse und das auch nur am Anfang und am Ende des Buches, zur Sprache kommt) empfehle, wo ich doch diese Sportart immer verabscheute; wie jede andere Sportart übrigens auch. Ich empfehle das, weil ich glaube, dass Leute, die Fußball mögen, dieses Buch ganz nett finden werden, während ich als Sportbanause das Ganze als viel zu fußballlastig und damit uninteressant empfand. Aber für Freunde dieses Ballsports könnte das toll sein. Mit Hornbys Fever Pitch verhält sich das wohl ähnlich.
Worum es eigentlich geht? Das Ganze ist ein Monolog eines bierbäuchigen, von seiner Frau verlassenen, Magdeburger Fußballtrainers. Fußball scheint sein Welterklärungsmodell zu sein. Vor dem Spiel ist nach dem Spiel und überhaupt. Da fallen Namen wie Jens Sparwasser und andere, die ich schon wieder vergessen habe, aber sie fallen. Und wer schon immer mal wissen wollte, was denn eigentlich Fußball und Mauerschützenprozesse miteinander zu tun haben, der findet die Antwort in diesem Buch.

Und noch eine Ankündigung: Ich möchte am Samstag um 17 Uhr noch einmal live bloggen zum Spiel England : Portugal. Mit geballtem Fußballwissen möchte ich hier und auf meiner Website aufwarten.

Keine Einwürfe zugelassen

Podolski egal: Gunter Gabriel will Johnny Cash erneut schlecht machen

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WM als Ablenkung: Soll wohl keiner merken, oder was? – Ziemlich diskreter Aushang im Schlonz, D’dorf

Einwurf (1)

Fußball statt Deutschland

Nein, ich kann dem ganzen Deutschgetümel nichts abgewinnen. Deshalb war ich heute wieder zum Fußi gucken in der Milchbar in Kreuzberg. Das kann ich nur empfehlen: Während die Nationalhymnen eigentlich gespielt wurden, lief der wunderbare Ärzte-Song «Jag aelskjar Sverige».

In diesem Laden gibts keine Fahnenwedler. Es gibt nur Fußballfans. Die sonst übrigens meist dortmundlastig sind. Hier sind sie unter anderem für Deutschland. Aber dumpfes „Schland“-Gegröle? Niemals. Applaus für schöne Tore. Gelungene Grätschen. Elegante Dribblings.

Ja, so kann man die WM genießen. Fernab der Albernheiten. Trotzdem gehe ich nach ein paar Bier – zur Halbzeit von Argentinien gegen Mexiko.

(3) Einwürfe

Das Grauen hat einen Namen: Skorgolia

Wo liegt eigentlich dieses Skorgolia? Hinter den hohen Pässen? Gar am Torergebnissisippi?

Einwurf (1)

Lob der Fahrzeugbeflaggung

In der Großstadt ist Verkehr für Fahrradfahrer besonders gefährlich. In den engen Straßen übersieht man häufig sich nähernde Autos, weil der Blick durch andere Fahrzeuge verstellt ist.

Deswegen kann ich als notorischer Radfahrer die Autobeflaggung nur begrüßen – man brauch an keiner engen Kreuzung mehr unnötig zu halten, denn durch die praktischen Wimpel kann man den Verkehr weiträumig einsehen. Auch die telefonierenden Selbstüberschätzer in niedrigen Cabrios in der zweiten Spur erkennt man dank der Brasilienwimpel.

Endlich Rache für die Fähnchen, die die Verkehrserzieher aus Grundschultagen an unseren Fahrrädern befestigt haben. „Vorsicht, hier kommt ein kleiner zerbrechlicher Verkehrsteilnehmer.“ Durch Anbringen von ordentlich Schwrg wird der Porsche Boxter zumindest aus erhöhter Radfahrersicht wieder zum Bobby-Car.

Hoffentlich bringt der ADAC oder der ADFC die Pflichtbeflaggung nach der WM in die öffentliche Diskussion ein.

(4) Einwürfe

WM-Spam

Na, trotz Fußball-WM immer noch zuviele Freunde?

Machen Sie die Welle mit und verbreiten Sie den WM-Enthusiasmus:
Leiten Sie diese Email an maximal 10 Freunde* weiter und vergrößern Sie
Ihre Chance zu gewinnen. Weiterleiten an einen Freund!

Lag gerade im Kasten. Absender: großer Elektronikhersteller. Na, danke.

Einwurf (1)

« Vor dem Spiel Nach dem Spiel »