Archive for July, 2006

Unter Spaniern

Als ich im Anschluß an das Argentinien-Spiel zwecks Konferenz nach Madrid aufbrach, war daheim noch alles in euphorischer Ordnung. Vor dem schlimmen Spiel habe ich mir enthusiastisch zwecks Gesellschaft Italiener geschnappt. Kann ihnen aber nicht verübeln, dass sie mich nicht getröstet haben: Wahrscheinlich habe ich ziemlich böse dreingeblickt.

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Keine Einwürfe zugelassen

WM ist…

…wenn man an diesem Samstag vor dem Spiel keinen Caipirinha trinken will, weil in Brasilien auch portugiesisch gesprochen wird. Das hat am Dienstag mit der Pizza statt Eisbein schon nicht hingehauen!

Keine Einwürfe zugelassen

Sogar Holländern.

Das Deutsche Rote Kreuz entdeckt die Witzigkeit. War ja eigentlich für nach Holland – Portugal gedacht, ist aber irgendwie untergegangen:

0620183449 DRK Holland

Einwurf (1)

Alles anders hier?

Keine fröhlichen, euphorischen Gesichter mehr, die auf der Suche nach dem nächsten Fernseher durch die Straßen hetzen. Keine Fahnen mehr. Weder an den Fesntern, noch an den Autos.

Liest man ja nun öfter solche Zeilen. Ich beispielsweise gerade beim Popkulturjunkie. Ok, dass das Volk zur Zeit nicht euphorisch & beflaggt durch die Straßen jubiliert, kann man zwei Tage nach dem Aus im Halbfinale ja nachvollziehen.

Dass man alle Fahnen demontiert hat, kann ich zumindest für die Padermetropole wirklich nicht bestätigen. Hier fährt man weiterhin mit Schlandwimpel, zumindest die, denen er noch nicht vom Fahrtwind oder antideutschen Spinnern zerfetzt wurde (Bei der Gelegenheit können wir vielleicht auch gleich das Vorteil streichen, dass nur die Unterschicht Flagge zeigt):

060706 oberschland

Selbst an den Häusern sind kaum merklich weniger Fahnen zu sehen als noch am Montag. Alles dumpfe Nationalisten? So ein Stuss, die WM ist halt noch nicht vorbei. Wäre ja auch albern die Deko abzuräumen, nur weil der Gastgeber die Party schon verlassen hat. Die (fast hätte ich „wir“ geschrieben ,) Paderborner wissen das.

Zugegeben, nicht alle Fahnen hatten soviel Glück. Die unten zappelt nun schon seit ein paar Tagen im Zaun der britischen Kaserne gegenüber.

0706175412 symbolbild

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Rasenschach

Von den vielen Worten und Unworten dieser Fußball-WM hat mir „Rasenschach“ am besten gefallen. Es war in der Finalrunde oft, öfter als erwünscht, zutreffend. Da krebsen zwei Mannschaften halbzeitenlang umeinander rum, „beschnüffeln“ sich, „zollen einander Respekt“ oder spielen schlichtweg „defensiv“. Für Taktiker ein Augenschmaus, für WM-Kurzzeitbegeisterte langweilig. Zumindest, bis das erste Tor fällt. Das Bauernopfer gegen die Langeweile. Ab dann wirds meist wieder offensiver; torgefährlicher, wie man so schön sagt. Trotzdem: „Rasenschach“ ist ein passendes Bild.

Im Gegensatz dazu der „Geheimtipp“. Selten inflationierte ein Begriff schneller als der „Geheimtipp“ in der Vorrunde der WM. Jede Mannschaft, die kein Favorit war, war ein Geheimtipp. Außer Holland vielleicht, die von vielen als „Geh-Heim-Tipp“ bezeichnet wurden. Aber sonst waren alle WM-Erstlinge Geheimtipps. Und kein Ende in Sicht, schließlich bleiben von der Tour de France auch nur noch Geheimtipps übrig, nachdem in Spanien die geheimen Armutszeugnisse aller Favoriten gefunden worden sind.

Und ein Wort, das mir in der Berichterstattung absolut unterrepräsentiert scheint, ist „wundersame Genesung“ oder so. Wie oft winden sich touchierte Fußballer in höllengleichen Qualen auf der Wiese, nur um nach dem nicht erfolgten Pfiff wieder aufzustehen? Und wie oft rücken die Helferlein mit der Trage an, um den Spieler zum Feldrand zu tragen, wo er wie von Miraculix’ Zaubertrank beseelt wieder von der Trage springt? Schöne Schauspielerei. Aber gehört dazu, hab ich mir sagen lassen.

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Gastbeitrag: We’re praying for England: No more hurt … PLEASE!!!

Thorsten zeichnet die Historie zweier englischer Bands und der von ihnen geschriebenen Fussballhymnen nach:

England ist ausgeschieden. Wieder einmal! Und nicht zuletzt wieder einmal aufgrund traditionell indiskutabler Schuss- und Abwehrleistungen beim Elfmeterschiessen. Es scheint, dass die Ausbildung der entsprechenden Fähigkeiten bei ihnen völlig degeneriert ist. Die Inselbewohner bedürfen in dieser Hinsicht wohl unbedingt einer Auffrischung ihres Genpools. Dann klappt ’s auch wieder mit dem Elfmeterschiessen.

Auf anderem Gebiet sind die Engländer allerdings auf unabsehbare Zeit überlegen: die popmusikalische Begleitung ihrer Teams bei Europa- oder Weltmeisterschaften. Der englische Fussballfreund wurde regelmäßig durch feine Popperlen verwöhnt. Demgegenüber musste der deutsche Fussballfreund einiges ertragen: Peter Alexander, Udo Jürgens, Schlagerklischees, Stereotype über die Ausrichterländer, grausame Gesangsleistungen der involvierten Nationalspieler, alberne Frisuren.

New Order und Lightning Seeds haben gezeigt, dass es auch anders geht. Machen wir einmal eine kleine musikalische Zeitreise. Verlängerung »

(2) Einwürfe

Gratulation, Hochachtung, Respekt!

(auf auf taxi-blog.de veröffentlicht)

Ein herzliches Dankeschön an die erste Fußballnationalmanschaft, die es tatsächlich geschafft hat, mir alten Fußball-Ignoranten echtes WM-Fieber ins Blut zu zaubern.

Ihr habt genau das getan, was ich früher immer vermißt habe: Gekämpft bis zum umfallen! Jeder Einzelne hat alles gegeben…

Letztendlich im Halbfinale unglücklich gescheitert an den, ich muß es leider zugeben, leicht besseren Italienern.

Danke für ein paar tolle Wochen!

Taxitechnisch war es dafür eine verdammt gute Nacht.

Direkt nach dem Abpfiff ging es los, kaum einer hatte Lust, die Nacht noch zum Feiern zu nutzen, alle wollten nur noch schnell nach hause. Dazu ein voller Sonderzug aus Dortmund, meinetwegen könnte jede Schicht so sein.

Sehr schön war dabei, daß kein Fahrgast wirklich sauer war. Traurig, enttäuscht… klar! Aber keine Wut oder Haß auf „unsere Jungs“ oder auch auf die Italiener.

Okay, einer bat mich, doch ein bis zwei davon über den Haufen zu fahren. Mit dem Hinweis auf die unvermeidlichen Lackschäden konnte ich sein Ansinnen allerdings ablehnen.

Aber: Wenn ich das verfickte Arschloch erwische, daß mitten in der Nacht ein Absperrband quer über die Bahnhofstraße gespannt hat, reiße ich ihm den Kopf ab und scheiß ihm in den Hals!

Für mich wars nur ne Schrecksekunde mit Vollbremsung. Für einen Motorradfahrer hätte es das Endspiel bedeuten können… Unglaublich, wie dumm manche Menschen sein können!

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Nach dem Spiel ist mit dem Ball

SchadeAberMittelhell

Trendbezogenen halboptimistisches Naturgewalten-Stilleben zum Ausscheiden der Deutschen

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WM ist ..

daß die heute hier fehlenden Ablichtungen der Autocorsos in Paderborn nicht mal der Papst wird noch hervorzaubern können. Insoweit versteh’ ich das – etwas zerfasert wirkende -Trauerbändsel oben links schon. Aber warum haben das nicht Drewermanns Nonnen eben mal zusammengeklöppelt? Also die, die ihm den Dissidentenpullover üblicherweis’ stricken?

Einwurf (1)

WM ist…

…wenn die bessere Mannschaft gewinnt. Gratulation nach Italien.

(2) Einwürfe

Kontext

freenerd hat sich für seine Gedenkfahrt den falschen Zeitpunkt ausgesucht:

Es wird Fussball geschaut. Deutschland gegen Italien im Halbfinale. Ca 50 Deutsche sitzen “Deutschland Deutschland” skandierend in der Jugendbegegnungsstaette Auschwitz.

(Jetzt krieg ich bestimmt gleich Haue von Joerg-Olaf.)

(2) Einwürfe

WM ist…

… wenn meine Freundin sich Zeit nimmt um das Spiel heute Abend zu gucken.

Keine Einwürfe zugelassen

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