Unter Spaniern
Als ich im Anschluß an das Argentinien-Spiel zwecks Konferenz nach Madrid aufbrach, war daheim noch alles in euphorischer Ordnung. Vor dem schlimmen Spiel habe ich mir enthusiastisch zwecks Gesellschaft Italiener geschnappt. Kann ihnen aber nicht verübeln, dass sie mich nicht getröstet haben: Wahrscheinlich habe ich ziemlich böse dreingeblickt.
Aber ein nettes „War ja wieder klar“ oder ein „Das konnte ja gar nicht gut gehen“ hätte ich mir doch gewünscht. Hätte nicht gedacht, dass ich derart an der Heimat hänge.

Das Public Viewing am Plaza Colon (gut versteckt hinter diese Brocken) war jedenfalls ziemlich leer, sogar als Frankreich gegen Portugal spielte. Die deutschen Fahnen sind wohl eingeholt, lese ich in der deutschen Tagespresse – hier gab keine einzige (spanische), die noch aus einem Fenster hing, dabei war das Spaniens letztes Spiel kaum zwei Tage her. Ich werde wohl keine deutschen Fahnen mehr zu Gesicht bekommen, denn der Rückflug startet kurz vor dem Spiel um Platz drei. Sämtliche mir diesbezüglich unterstellte Sentimentalität kann niemals eingestanden werden.