Archive for July 5, 2006

Rasenschach

Von den vielen Worten und Unworten dieser Fußball-WM hat mir „Rasenschach“ am besten gefallen. Es war in der Finalrunde oft, öfter als erwünscht, zutreffend. Da krebsen zwei Mannschaften halbzeitenlang umeinander rum, „beschnüffeln“ sich, „zollen einander Respekt“ oder spielen schlichtweg „defensiv“. Für Taktiker ein Augenschmaus, für WM-Kurzzeitbegeisterte langweilig. Zumindest, bis das erste Tor fällt. Das Bauernopfer gegen die Langeweile. Ab dann wirds meist wieder offensiver; torgefährlicher, wie man so schön sagt. Trotzdem: „Rasenschach“ ist ein passendes Bild.

Im Gegensatz dazu der „Geheimtipp“. Selten inflationierte ein Begriff schneller als der „Geheimtipp“ in der Vorrunde der WM. Jede Mannschaft, die kein Favorit war, war ein Geheimtipp. Außer Holland vielleicht, die von vielen als „Geh-Heim-Tipp“ bezeichnet wurden. Aber sonst waren alle WM-Erstlinge Geheimtipps. Und kein Ende in Sicht, schließlich bleiben von der Tour de France auch nur noch Geheimtipps übrig, nachdem in Spanien die geheimen Armutszeugnisse aller Favoriten gefunden worden sind.

Und ein Wort, das mir in der Berichterstattung absolut unterrepräsentiert scheint, ist „wundersame Genesung“ oder so. Wie oft winden sich touchierte Fußballer in höllengleichen Qualen auf der Wiese, nur um nach dem nicht erfolgten Pfiff wieder aufzustehen? Und wie oft rücken die Helferlein mit der Trage an, um den Spieler zum Feldrand zu tragen, wo er wie von Miraculix’ Zaubertrank beseelt wieder von der Trage springt? Schöne Schauspielerei. Aber gehört dazu, hab ich mir sagen lassen.

Keine Einwürfe zugelassen

Gastbeitrag: We’re praying for England: No more hurt … PLEASE!!!

Thorsten zeichnet die Historie zweier englischer Bands und der von ihnen geschriebenen Fussballhymnen nach:

England ist ausgeschieden. Wieder einmal! Und nicht zuletzt wieder einmal aufgrund traditionell indiskutabler Schuss- und Abwehrleistungen beim Elfmeterschiessen. Es scheint, dass die Ausbildung der entsprechenden Fähigkeiten bei ihnen völlig degeneriert ist. Die Inselbewohner bedürfen in dieser Hinsicht wohl unbedingt einer Auffrischung ihres Genpools. Dann klappt ’s auch wieder mit dem Elfmeterschiessen.

Auf anderem Gebiet sind die Engländer allerdings auf unabsehbare Zeit überlegen: die popmusikalische Begleitung ihrer Teams bei Europa- oder Weltmeisterschaften. Der englische Fussballfreund wurde regelmäßig durch feine Popperlen verwöhnt. Demgegenüber musste der deutsche Fussballfreund einiges ertragen: Peter Alexander, Udo Jürgens, Schlagerklischees, Stereotype über die Ausrichterländer, grausame Gesangsleistungen der involvierten Nationalspieler, alberne Frisuren.

New Order und Lightning Seeds haben gezeigt, dass es auch anders geht. Machen wir einmal eine kleine musikalische Zeitreise. Verlängerung »

(2) Einwürfe

Gratulation, Hochachtung, Respekt!

(auf auf taxi-blog.de veröffentlicht)

Ein herzliches Dankeschön an die erste Fußballnationalmanschaft, die es tatsächlich geschafft hat, mir alten Fußball-Ignoranten echtes WM-Fieber ins Blut zu zaubern.

Ihr habt genau das getan, was ich früher immer vermißt habe: Gekämpft bis zum umfallen! Jeder Einzelne hat alles gegeben…

Letztendlich im Halbfinale unglücklich gescheitert an den, ich muß es leider zugeben, leicht besseren Italienern.

Danke für ein paar tolle Wochen!

Taxitechnisch war es dafür eine verdammt gute Nacht.

Direkt nach dem Abpfiff ging es los, kaum einer hatte Lust, die Nacht noch zum Feiern zu nutzen, alle wollten nur noch schnell nach hause. Dazu ein voller Sonderzug aus Dortmund, meinetwegen könnte jede Schicht so sein.

Sehr schön war dabei, daß kein Fahrgast wirklich sauer war. Traurig, enttäuscht… klar! Aber keine Wut oder Haß auf „unsere Jungs“ oder auch auf die Italiener.

Okay, einer bat mich, doch ein bis zwei davon über den Haufen zu fahren. Mit dem Hinweis auf die unvermeidlichen Lackschäden konnte ich sein Ansinnen allerdings ablehnen.

Aber: Wenn ich das verfickte Arschloch erwische, daß mitten in der Nacht ein Absperrband quer über die Bahnhofstraße gespannt hat, reiße ich ihm den Kopf ab und scheiß ihm in den Hals!

Für mich wars nur ne Schrecksekunde mit Vollbremsung. Für einen Motorradfahrer hätte es das Endspiel bedeuten können… Unglaublich, wie dumm manche Menschen sein können!

Keine Einwürfe zugelassen

Nach dem Spiel ist mit dem Ball

SchadeAberMittelhell

Trendbezogenen halboptimistisches Naturgewalten-Stilleben zum Ausscheiden der Deutschen

Keine Einwürfe zugelassen

WM ist ..

daß die heute hier fehlenden Ablichtungen der Autocorsos in Paderborn nicht mal der Papst wird noch hervorzaubern können. Insoweit versteh’ ich das – etwas zerfasert wirkende -Trauerbändsel oben links schon. Aber warum haben das nicht Drewermanns Nonnen eben mal zusammengeklöppelt? Also die, die ihm den Dissidentenpullover üblicherweis’ stricken?

Einwurf (1)

WM ist…

…wenn die bessere Mannschaft gewinnt. Gratulation nach Italien.

(2) Einwürfe