WM ist …
… wenn mir meine Familie den Vorsatz vereitelt, die Spiele die ich anschaue, nach dem Aussehen der Spieler auszusuchen …
(*fies echt* ;-)
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WM als Ablenkung: Soll wohl keiner merken, oder was? – Ziemlich diskreter Aushang im Schlonz, D’dorf
Paderborn, Westerntor, 19:02 Uhr: Zumindest kurzzeitig versuchte Team Green noch die Verbindung Le Mans Wall/Bahnhofstraße freizuhalten.
Westerntor, 19:03 Uhr: Der Strafraum, kurz vor dem entscheidenden Konter der deutschen Fans
Westerntor, 19:08 Uhr: Die Abwehrreihe von Team Green wurde überrannt. Die Spielführer diskutieren über den weiteren Ablauf.
Westerntor, 19:13 Uhr: Die Entscheidung.
Nein, ich kann dem ganzen Deutschgetümel nichts abgewinnen. Deshalb war ich heute wieder zum Fußi gucken in der Milchbar in Kreuzberg. Das kann ich nur empfehlen: Während die Nationalhymnen eigentlich gespielt wurden, lief der wunderbare Ärzte-Song «Jag aelskjar Sverige».
In diesem Laden gibts keine Fahnenwedler. Es gibt nur Fußballfans. Die sonst übrigens meist dortmundlastig sind. Hier sind sie unter anderem für Deutschland. Aber dumpfes „Schland“-Gegröle? Niemals. Applaus für schöne Tore. Gelungene Grätschen. Elegante Dribblings.
Ja, so kann man die WM genießen. Fernab der Albernheiten. Trotzdem gehe ich nach ein paar Bier – zur Halbzeit von Argentinien gegen Mexiko.
Das da unten ist kein „public viewing“, sondern das Westerntor um kurz nach sieben heute Abend. Einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte in Paderborn. Sonst.
(19:15 Uhr: Paderborn, Westerntor. Irgendwas zwischen Kindergeburtstag und Loveparade)
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(Andi Möller, Weltmeister 1990! 19:08 Uhr, Westerntor Paderborn: Nichts geht mehr.)
(Fahnen. Und Fahnen. Und eine wirklich geile Stimmung!)
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Team Green hatte sich gut vorbereitet, war aber erneut chancenlos. Um 18:59 Uhr, keine 10 Minuten nach dem Abpfiff im Spiel gegen Schweden, „fiel“ das Westerntor, einer der zentralen Verkehrsknotenpunkte der Padermetropole.

(18:58 Uhr, noch ist es ruhig. 18:59 Uhr: Aus, vorbei, die Friedrichstraße wird blockiert.)
(Kampfausrüstung im Bus, Hundetransporter nebenan.)
Mit einer Sommererkältung, leichtem Fieber wälze ich mich auf meiner Couch mit Aussicht. Träge hebe ich den Kopf, sehe dem Geschehen auf der Straße zu. Kaum Verkehr – Achtelfinale.
Und doch: da ist ein Fußballfan auf einem Fahrrad. Mit einem weiß-schwarzen Trikot fährt er die Straße herunter und ahnt nichts Böses. Plötzlich kommt von halb-links ein Lieferwagen. Wohl von der Post: gelb mit blauer Aufschrift. Kaum habe ich ihn wahrgenommen hat er sich schon an den Fahrradfahrer rangemacht und grätscht ihn von hinten. Einen Sekundenbruchteil später liegt der Fahrradfahrer auf dem Boden.
Foul! denke ich. Warum pfeift da keiner? Mit schmerzverzerrtem Gesicht wälzt sich unser deutscher Radfahrer auf dem Asphalt. Dann geschieht das Unfassbare. Vom Bordstein löst sich ein kleiner Trupp mit einer Trage. Sie knien sich neben den Verletzten, der den Arm über sein Gesicht geschlagen hat. Wird er je wieder laufen können?
Die Trage wird abgesetzt, ein Mann spricht kurz mit dem Verletzten. Der windet sich noch etwas im Staub, dann legt der Fremde seine Hände auf sein Bein. Keine fünf Sekunden später steht der Radfahrer wieder auf. Noch etwas wacklig setzt er sich aufs Fahrrad und fährt weiter. Die Sanitäter verschwinden wieder an den Spielfeldrand. Und warten auf den nächsten Zusammenstoß.
Ich nehme eine Aspirin und lege mich schlafen.
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Meine anfängliche Blimp-Begeisterung hat einen herben Dämpfer erhalten. Nicht nur, dass sich keine mehr blicken lassen – es gibt auch etwas Besseres. Ein waschechter Zeppelin dreht sogar nachts seine Runden über Köln.

Dirk berichtet, dass der Zeppelin Überwachungsaufgaben wahrnimmt. Spooky.
…wenn jedes Land eigene Fußballschuhe mit dem Text der jeweiligen Nationalhymne im Fernsenbereich hat!
Wo liegt eigentlich dieses Skorgolia? Hinter den hohen Pässen? Gar am Torergebnissisippi?
Was kann es schöneres geben, als anderen Menschen das Fußballgucken zu verleiden? Es gibt dazu einen todsicheren Weg. Man spiele in einem Tippspiel mit, möglichst um Geld oder wenigstens Bier. Merke sich seine Tipps. Gehe an einen Ort, an dem öffentlich geguckt wird und treffe dort direkte Konkurrenten. Alle anderen Zuschauer werden Euch nach wenigen Spielminuten hassen. Ihr hofft auf komische Ergebnisse und ruft „Los, Ghana, noch ein Tor! Sonst stimmt die Differenz nicht!“ oder „Das könnt ihr doch nicht machen! Ihr seid mein Weltmeistertipp!“ Hier unterscheidet sich das wahre Fußballerherz vom Hobbyzuschauer. Nur wer Einsatz zeigt, kann wirklich intensiv bei langweiligsten Partien mitfiebern. Wer hätte schon das 2:2 zwischen Saudi-Arabien und Tunesien getippt? Ich nicht. Aber die Tendenz war richtig.