WM ist…
…wenn sich Geschichte wiederholt (Vorsicht, Fußballerhumor für Insider).

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[Die Bilder sind unten. Und bei flickr.com]
Eigentlich wollte ich ja daheim bleiben, endlich mal aufräumen. Dinge tun, bzw. vor allem Dinge nicht tun. Ging nicht, ich war einfach zu hibbelig.
War ja auch ein spannendes Spiel. Vielleicht, so pathetisch es klingen mag, das wichtigste der WM. Nicht nur für die deutsche Mannschaft, sondern auch für die Stimmung in diesem Land.
Wer hätte vor der WM auch nur einen Cent auf die Klinsmann-Truppe gewettet? Die Euphorie des Confed-Cups 2005 war längst verflogen, die deutsche Abwehr machte in den Vorbereitungsspielen alles andere als einen vertrauenserweckenden Eindruck.
Verlängerung »
… wenn es selbst den Kaiser nicht mehr auf seinem Sitzplatz hält.
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Ist es eigentlich überheblich, nicht einmal die Speicherkarte im Handy für neue Bilder freizumachen, weil es bei einem Sieg gleich gegen Argentinien ohnehin wieder das inzwischen bekannte Chaos in der City geben wird?
Und wenn es keinen Sieg gibt, will man dann überhaupt in die Stadt? Die vermeintlichen Verlierer feiern, die schon jetzt weit mehr erreicht haben, als all die Dummschwätzer & Pseudoexperten uns im Vorfeld der WM prognostiziert haben?
Ach, schaun’ mer mal.
Ich bin ja passionierter Phoenix-Gucker. Ansprachen, Podiumsdiskussionen, Pressekonferenzen – das alles hat so etwas beruhigendes. Die Leute tauschen Phrasen aus, jeder kennt die Spielregeln und manchmal erlauben sich die Herren und Damen auf dem Bildschirm sogar kleine Spiele – natürlich inenrhalb der ungeschriebenen Regeln eines Phoenix-Ereignisses. dieses Feeling wird jetzt auch der Normalbevölkerung vermittelt – dank der fast täglichen Übertragung der DFB-Pressekonferenz.
Ich genieße diese Übertragungen. Man muss nicht genau hingucken, das Ritual beansprucht keine Aufmerksamkeit. Eine Tribüne, ein Mediendirektor, ein Trainer und noch ein Spieler als Ablöse. Es funktioniert genau im Prinzip genau so, wie die Phoenix-Pressekonferenzen. Jeder weiß, was er so fragen darf, der Humor ist sorgfältigst dosiert und man lässt ab und an etwas Menschlichkeit durchblitzen. Nicht zu viel. Und doch hat die DFB-Pressekonferenz ein paar eigene Regeln. Spannend finde ich, dass der Bundestrainer anscheinend keine Nachnamen mehr hat. Alle nennen ihn nur noch Jürgen, auch diejenigen, die ihn noch siezen.
Nett eingeleitet diese Fragen immer mit dem öffentlichen Outing des Fragestellers: Herr XY vom Bad Herpoldinger Tagesblatt, Herr AB von der Frankfurter Allgemeinen… Man muss schon was fragen, damit man im Fernsehen kommt. Nichts gehaltvolles, schließlich sehen Millionen zu. Das hilft den alten Aberglauben zu bekämpfen, nur die Fußballer selbst würden kuriose Zitate ablassen. Jürgen, Sind Sie abergläubisch? Wie gefällt Ihnen Berlin, Jürgen? Wollen Sie gewinnen, Jürgen? Werden Sie gewinnen, Jürgen?
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