Kickermünze Silberling

Silberlinge

Echtes Geld von ganz, ganz früher

Vor zwei Wochen habe ich zum ersten Mal seit Jahren wieder Kicker gespielt. Im Team, gegen die Stammspieler in einem Laden, in dem ich nur einmal im Jahr bin. Das ging noch ganz gut, trotz meiner mittlerweile gichtigen Pfoten, dem schiefen Hals, dem lahmen Bein, dem Buckel und dem Glasauge. Und trotz der neurologischen Ausfälle, die mich zu so blöden Witzen wie diesem zwingen.

Gelernt ist halt gelernt, und zu lernen gezwungen ward ich das Kickerspiel in einem übel beleumundeten Jugendzentrum, in dem ich ein halbes Jahr dienen mußte. Kickern können – das war da Ernstnahmefaktor. Sonst hätteste da gleich verkimmelt.

Jetzt habe ich gerade bei ner Jeans zur Wäschevorbereitung die Taschen gelehrt, und siehe – da waren noch zwei: Prähistorische Kickermünzen, nur noch gut für den Geldeinwurf an diesem klassischen Holzkicker, Botschaften aus einer vergangenen Zeit. Und zwar von 1971 und 1975, jeweils Serie D.

In der Kickerkneipe neulich waren die längst abgeschriebenenen 50-Pfenning-Stücke Objekte eines kleinen Geldkreislaufes: Du kaufst n paar an der Theke fürn Euro und drückst die in den Kicker. Und nach der Leerung beginnt das ewige Spiel erneut.

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