Und dann war da noch …

… das kleine indische Restaurant in der weitläufigeren Nachbarschaft, eines jener kleinen, eher mal trashigen indischen Restaurants, deren Inhaber so zuvorkommend und nett und freundlich sind, dass man schon irgendwie nachvollziehen kann, warum in Deutschland „Inder“ gerne mit „Wolle Rose kaufe?“ assoziiert werden. Und seit ich dort auch tatsächlich mal ein Abendessen zu mir genommen habe, grüßt mich dessen Chef auch immer, koste es was es wolle, sogar wenn wir einander zufällig am anderen Ende der Stadt in der U-Bahn begegnen.

Jedenfalls, das kleine indische Restaurant, es tat mir die letzten Tage etwas leid. Es hatte nämlich keinen Fernseher aufgebaut. Und wer dieser Tage keinen direkten Draht nach DortmundGelsenkirchenMünchen hat, der macht auch keinen Umsatz. Nicht als gastronomischer Betrieb. So ein bisschen passt dieses leicht tappsige WM-Verschlafen zu diesem treuseligen Laden; dass es sich um ein Statement handelt, darf nämlich – angesichts dieser Einrichtung – ausgeschlossen werden.

Heute am Abend war dann aber doch ein kleiner Fernseher ins offene Fenster gestellt. Ein putzig-kleiner, der so rundheraus zu diesem Laden passt. Mögen andere klotzen und kleckern, hier wird noch das TV-Gerät aus dem Zimmer der kleinen Tochter geholt. Und nun hat der Laden auch wieder Gäste vorzuweisen, die sich draußen vor dem Fenster im Halbkreis versammen. Stolz wie bolle steht der Chef nun im Eingang und lächelt freundlich in alle Richtungen; als ich an ihm vorbeiziehe und zunicke, grüßt er eifrig zurück, so freundlich wie eh und je. Kein Wunder, der Abend ist ja gerettet.

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