von thomas. June 11, 2006 um 23:17
· Abgelegt unter Couch&Chips
Noch konkurrieren verschiedene Netze um das Fernsehen. Dass sich Kabel und DVB dabei zueinander verhalten wie Hase und Igel konnte ich heute abend lernen. DVB hängt nämlich immer ein paar Sekunden hinterher, während das Kabel sagt: „Ich bin schon da.“
Ort dieser Beobachtung war eine Kneipe im Berlin-Friedrichshainer Südkiez. Ich hatte das „Glück“ genau so zu sitzen, dass ich von der benachbarten Kneipe den „Kabel-Ton“ abbekam, während vor mir das Digital-Bild hinterhinkte. Da weiß man dann schon gleich vorher, dass ein Angriff nix werden wird, und wenn er noch so beherzt angegangen wird. Natürlich sprechen auch die Ausrufe von nebenan Bände: Ein enttäuschtes „Oooooh“ zeugt nicht gerade davon, dass der Eckball, den ich gerade noch im Werden beobachte, sich in ein Tor verwandelt haben wird.
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von Kontura. June 11, 2006 um 20:48
· Abgelegt unter Abseits
Deutschland war gestern. Heute leben wir in FIFAnia. Monopolistisch statt demokratisch und allgegenwärtig: Die FIFA WM ist überall. Bis in die Supermarkt-Kühltheken lauern fußballförmige Wurstprodukte, in den Spielwarenabteilungen reiht sich eine breite Auswahl an FIFA-Merchandising für die Kleinen und für die Großen gibt es – passend zum schönen Wetter – Ketchup mit Fußballprint im Deckel. Und Nutella im Fußballglas für mich. Großartig!
In Köln herrscht Karnevalsstimmung, alle sind betrunken und lustig bunt verkleidet: torkelnde Polen neben in Flaggen gehüllte Portugiesen und grün-gelben Brasilianern. Auch mein rheinisches Karnevalsblut gerät bereits in erste Wallungen. Volksfeststimmung vom Feinsten. Nur dass das meist nach einer Woche wieder vorbei ist. Diese Party dauert einen Monat und die Bewohner von FIFAnia versuchen, ein gewisses Alltagsleben beizubehalten. Gearbeitet wird von 9 – 15 Uhr und von 17:30 bis 18 Uhr. Dann erstmal Anpfiff zum nächsten Spiel und noch eins zum Einschlafen. Nach dem Spiel ist eben vor dem Spiel.
Und auch zu dieser WM wäre mir Fußball ja herzlich egal, hätte es neben dem aktuellen Karnevalscharakter nicht so einen heimeligen Social-Touch. Ich liebe es, mich mit einer Meute Menschen gemeinsam vor den Fernseher zu rudeln und „das Spiel“ zu schauen. Mal als Klassiker in der Kombination mit Grillparty, mal mit kühlem Kölsch und Kneipenbesuch. Das kann gerne so weiter gehen. Wird es ja auch. FIFA sei Dank …
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von Joerg-Olaf. June 11, 2006 um 20:03
· Abgelegt unter Schnappschüsse
Ok, in Kleinenberg ist Schützenfest. Das erklärt einiges.

Aber nicht alles, finde ich.

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von Doreen. June 11, 2006 um 18:59
· Abgelegt unter Schnappschüsse, Traumpass
Nun habe also auch ich mich mit einer Mannschaft solidarisieren können. Und das nach dem gestrigen Erlebnis! Auf dem Weg nach Darmstadt musste ich, wie das bei der Reise mit dem Zug eben so ist, einen Zwischenstopp in Frankfurt einlegen. Die Stadt, in der gestern ein Spiel stattfinden sollte. Das war mir vorher gar nicht bewusst, wurde mir dann aber doch ganz schnell klar, als ich all die fußballfanatischen, grölenden, pfeifenden Menschen sah. Menschen, die Deutschland- und vor allem Englandfahnen als Umhang trugen, die Unmengen an Fußballschminke im Gesicht hatte, Hüte mit Flaggen drauf, Schlappen mit Flaggen drauf – Flaggen, wohin das Auge blickt. Zwischen all dem Trubel Kamerateams und Polizei. Es war nicht mal 11 Uhr und ich zuerst etwas ängstlich. Das aber legte sich recht schnell. Ich beneidete die Menschen sogar ein bisschen, die gleich einem Fußballspiel beiwohnen und feiern werden, während ich im Darmstädter Landesmuseum sieben Stunden lang Gemälde anstarren muss. Daher wohl der spontane Schweißbandkauf. Um ein bisschen teilzuhaben. Und England fand ich – in jeglicher Hinsicht – schon immer toll.
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von Tobias. June 11, 2006 um 14:15
· Abgelegt unter Schnappschüsse, Spülberichte
In der irrigen Annahme, wenigstens in meinem Lieblings-Park an der Alster vom ubiquitären Balltreter-Wahnsinn verschont zu bleiben, machte ich mich gestern mit nem leckeren Eis in der Hand auf den Weg in Richtung Hayns Park. Doch bereits nach kurzer Zeit wurden meine Hoffnungen zerstört: Im kleinen Pavillion in der Mitte der Grünfläche hatten sich ein gutes Dutzend biertrinkende End-Zwanziger mit Klappstühlen eingefunden, um genau dort ihrer Passion zu frönen.

Moment mal.. Fussball? Fernsehen? Mitten im Park? Wie soll denn das gehen? Ja, das dachte ich mir auch. Bis sich bei näherer Betrachtung dann herausstellte, dass zwischen zwei Säulen des Pavillions ein großer Flachbildschirm auf einem klapprigen Tischchen thronte.

Mit Strom versorgt wurde das Heiligtum von einem kleinen Benziner-Aggregat, welches 10 Meter weiter im Gebüsch vor sich hin surrte..

Also kurz die Knipse rausgeholt, das ganze Leiden einmal kurz bildlich festgehalten und schnell weg.
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von thomas. June 11, 2006 um 13:25
· Abgelegt unter Abseits
Es geht ja bekanntlich auch anders. Sehr hübsch finde ich zum Beispiel gerade die Atmosphäre abends in der Berlin-Friedrichshainer Simon-Dach-Straße, die ja weit über die Grenzen Berlins hinaus als okaye Kneipenmeile bekannt ist.
Von jeder Ecke her hört man die Übertragung. Man flaniert vor sich hin und hat zu jeder Zeit eine Leinwand oder einen Flachbild-Fernseher im Blick. Gelegentlich brausen die Stimmen auf, dann gab’s einen Eckball oder es fiel ein Tor. Man kann sich gemütlich treiben lassen, sich irgendwo hinsetzen, kurz zuschauen, weitergehen oder hängen bleiben. Die Stimmung ist nicht gerade ins Prollistische ausgelassen, aber auch nicht verkrampft gedämpt. Beim lauen Abendwetter gerade ist das ein schöner Zeitvertreib, sich hier die WM zu geben, abseits von dem Geprolle, dem man weiter nördlich auf der Frankfurter Allee begegnen kann. Mir gefällt das.
Auf flickr kann man sich davon ein Bild machen.
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von Falk. June 11, 2006 um 13:08
· Abgelegt unter Spülberichte
Rund um die Fußball-WM findet ein großes kulturelles Begleitprogramm statt. Doch seht selbst:

Nach der Übertragung der Fußballspiele schließt sich im VorWien nahtlos die Aufzeichnung von Otello an. Zum Glück allerdings ohne Soundübertragung, dafür mit Untertiteln. Eine Sache kann noch optimiert werden: Die Ton-Bild-Schere. Da geht noch was – entweder stirbt Otello beim nächsten mal schneller, oder Axl Rose muss schneller singen. Auf jeden Fall bespaßender als Talkrunden mit Beckmann oder Baptist.
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von Joerg-Olaf. June 11, 2006 um 10:20
· Abgelegt unter Abseits, Schnappschüsse
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von Torsten. June 11, 2006 um 8:05
· Abgelegt unter WM ist...
…brüh im Glanze dieses Glückes.
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