Ein lautes Stöhnen geht durch Marburg

Da war es eben. Ein lautes Stöhnen – oder doch eher ein verhaltener Aufschrei? Auf jeden Fall signifikant lauter als alles andere, was da draußen gerade ist. Denn da draußen ist nichts. Bis eben war alles seelenruhig (und mittlerweile ist es das auch wieder). Die Straßen scheinen menschenleer. Sehr ungewöhnlich für Marburg, denn sonst besetzen die verschiedensten Musikanten die Passagen, Kinder kreischen oder Stöckelschuhe klackern durch die Oberstadt. Nach dem Schrei fällt es mir dann wieder ein: Fußball! WM! Was sagte mein Mitbewohner doch gleich, als ich ihn gestern zum Thema befragte? Um 18 Uhr ist das erste Spiel? Von ihm weiß ich übrigens auch, dass Deutschland gegen Costa Rica spielt und dass es einen Poldi gibt und David Beckham ja nur ein doofer Popstar ist. Auf einen WM-Gewinner wollte er sich nicht festlegen, stattdessen lieferte er mir eine lange Aufzählung an Teams und Ländern, die alle stark sind. Nach gefühlten zwei Stunden waren seine Ausführungen am Ende und ich ebenfalls.
Der Tag ging aber heute schon WM-gerecht los: Bei einem Blick in den Spiegel traute ich meinen Augen kaum, denn auf meiner rechten Wange identifizierte ich den Abdruck eines kleinen Fußballs. Verschlafen und verkatert wie ich war, brauchte ich verhältnismäßig lange, um herauszufinden, dass ich wohl auf meinem bestempelten Handrücken geschlafen habe. Ich vollführte eine einsame La Ola-Welle vor dem Spiegel und ging duschen.

1 Einwurf

  1. Kick Dich!-- leave your message on the ansaphone said,

    June 9, 2006 @ 20:18

    [...] Da war es eben. Ein lautes St

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