von Erik. June 8, 2006 um 20:58
· Abgelegt unter Spülberichte
Unter diesem Motto steht während der diesjährigen WM die Großbildübertragung auf dem Bonner Münsterplatz. Die Hausherren der unmittelbar angrenzenden Münsterbasilika kritisierten die Veranstaltung. Sie befürchteten, dass das Fantreiben die täglichen katholischen Kirchenroutinen störe. Erst Anfang Mai einigten sich die gegnerischen Mannschaften auf ein Regelwerk, das ein friedliches Miteinander ermöglichen soll: die Veranstalter verzichten auf Übertragungen während der Sonntagsmessen, die Kirche verlegt im Gegenzug Abendmessen in andere Kirchenräumlichkeiten. Ein „Beschallungskonzept“ wurde vereinbart.
Die Übertragungen finden im Rahmen der „Südkurve Deutschland“ statt. Wie auch in acht anderen Städten wurde ein Konzept entwickelt, möglichst authentische Stadionatmosphäre durch den Aufbau einer Tribüne zu erreichen. Ob dies möglich ist wird sich zeigen, früher gab es weniger aufwendige Großbildübertragungen einfach so, dieses neue Konzept muß sich natürlich finanzieren. Die Preise sind aber zum Glück moderat wenn es nicht gerade das VIP Paket mit Buffet sein soll.
Heute hatte ich die Gelegenheit den Standort während der Aufbauphase unter die Lupe zu nehmen:
Das Großbilddisplay. Verlängerung »
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von Torsten. June 8, 2006 um 16:19
· Abgelegt unter Abseits
…ein Grill, ein Fernseher, Bier und furchbar fettige und salzige Sachen – wahlweise kombiniert mit einer Couch, Kneipenmöbeln oder einem Rasen. Kann das mal jemand EnBW sagen?
Die Hauptstadtrepräsentanz der EnBW AG präsentiert sich zum ersten Mega-Sportereignis auf deutschem Boden im neuen Jahrtausend ganz unter dem Motto „EnBW im Fußballfieber“: Kunstrasenflächen, Fußballbanden und -motive erzeugen Stadionatmosphäre, der EnBW-Showroom zeigt erstmals alle WM-Plakate seit 1930 und an den Außenfenstern des Gebäudes hängen die Trikots der Teilnehmerländer als Gruß an die Fans aus aller Welt. Zwei Flutlichtmasten rahmen auf dem Dach der Repräsentanz ein überdimensionales Fußballtor ein.
Und bitte zieht die Stollen aus, das macht nur Kratzer im Marmor…
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von Joerg-Olaf. June 8, 2006 um 14:48
· Abgelegt unter Schnappschüsse
Nachdem die kick-dich.de-Redaktion heute Morgen in Erfahrung gebracht hat, dass hinter der löblichen „Bier, Chips und ‘ne Fahne für 99 Cent“-Fanaktion die Bild-Zeitung steckt, haben wir natürlich umgehend einen unserer zahlreichen Lokalreporter in eine Lidl-Filiale geschickt.

Das Ergebnis ist bitter und schockierend zugleich: Die Fahne trägt den Aufdruck „Hier feiern Weltmeister“ (besser zu sehen in der Großansicht bei Flickr), für das Bier sind 1,50 Euro Pfand zu zahlen!
Offiziell war die Aktion auf den gestrigen Mittwoch beschränkt. Zum Zug kam, wer einen passenden Bild-Coupon vorweisen konnte.
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von Torsten. June 8, 2006 um 7:41
· Abgelegt unter Schnappschüsse, Traumpass

Vorgestern schwärmte ich Euch etwas von Blimps vor. Nun ist das erste da. Von Germanwings. Er streifte aber kaum über den Himmel, eher schüchtern hing er da im Kölner Luftraum herum. Und nachdem ich telefoniert hatte, war er auch schon wieder weg.
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von Christian. June 8, 2006 um 0:48
· Abgelegt unter Abseits
Keineswegs nur aus Attac und ein paar Antifas, sondern auch z.B. aus dem Chaos Computer Club setzt sich das Bündnis „kick it! berlin“ laut seiner Website zusammen.
Man will die WM kritisch begleiten: Ausbau des staatlichen Überwachungs- und Gewaltapparates, temporäre (?) Einschränkungen von Bürgerrechten, „Stadtumstrukturierungen“, Vernachlässigung relevanter Bereiche öffentlichen Lebens zugunsten optimaler WM-Ausbeute, Potenzierung kapitalistischer Kräfte. Aber auch: die ideologische Inszenierung der WM analysieren (Internationalismus oder Ethno-Kitsch / „Exoten-Bonus“? Toleranz? „Sportlichkeit“?) und mit deutschen Wirklichkeiten vom Abschiebeknast bis Chauvinismus und Rassismus konfrontieren.
Zu diesen Zwecken gibt es einen reichhaltigen Berliner WM-Kalender mit Filmveranstaltungen, Vorträgen, Aktionen und Ausstellungen. Man kann sich z.B. über Alternativ-WMs informieren, was über homophobe Männlichkeitsideologie und wachsenden Rassismus in der Fußballkultur lernen, Sönke Wortmanns peinliche Nationalerektion „Das Wunder von Bern“ analysieren oder eine WM-Subversions-Kunstausstellung besuchen, in der u.a. die netzbekannte (und vor allem bei Boing Boing gern zitierte) Österreicher Künstlergruppe monochrom vertreten ist.
Interessierte Berliner, die das WM-Eröffnungsspiel nicht sehen wollen, können am Freitagabend auch zu einer „Info-Veranstaltung zur WM-Kritik und Vorstellung der Kampagne kick it!“ ab 20 Uhr im sicherlich hochsehenswerten nerdigen Raumschiff-SF-Club C-Base in der Rungestraße 20 (nahe Jannowitzbrücke) schleichen, wie ich einem Flyer entnehme, der bei mir im Philosophie-Institut rumlag und für danach eine „Semesterparty für den Fachbereich PolSoz“ am selben Ort ankündigt.
Ich habe für sowas natürlich keine Zeit.
Den späten Freitag verbringe ich standesgemäß auf einem Godard-&-Visconti-Videoabend.
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