Müssen sich unverdächtige Fans nackig machen?
Erst der zweite Tag und ich missbrauche das Blog schon für eine billige Rechercheanfrage. Unmöglich, mein Verhalten. Egal, ich habt ja auch was davon.
Wer in diesem Tag aufmerksam durchs Netz klickt, ist evtl. schon auf die Geschichte aufmerksam geworden, zum Beispiel gestern in der Netzzeitung:
Fans müssen Hosen runterlassen
06. Jun 12:14, ergänzt 12:35Ein Gericht hat die Polizei zu drastischen Maßnahmen bei WM-Spielen befugt. Bei einer 16-Jährigen Stadionbesucherin hatten die Beamten hart durchgegriffen.
Es folgt eine recht detaillierte Beschreibung über die entwürdigende Behandlung, bei der sich die 16-Jährige u.a. fast komplett entkleiden musste.
«Am Ende der Durchsuchung wurde der Klägerin angewiesen, den BH für eine Abtastkontrolle nach oben umzuklappen. Der Slip musste bis zu den Knien heruntergezogen werden und die Klägerin musste eine vollständige Körperdrehung durchführen», so die Tatbestandsbeschreibung im Urteil. «Man konnte von draußen hineinsehen, da die Kabinen offen waren. Außerdem waren die Pflastersteine im März entsetzlich kalt», erzählt die Klägerin.
Harter Stoff, fraglos. Da ist Empörung garantiert.
Aber kennt jemand die Quelle? Mir ist bisher nur ein Posting in einem Webforum bekannt, das sich liest, als habe der Anwalt des Opfer oder jemand aus dem näheren Umfeld eine Art Pressemitteilung verfasst oder einen vorgeschriebenen Artikel verbreitet.
Das ist sicherlich legitim, wäre als einzige bzw. Hauptquelle für einen Netzeitungsbericht aber ein wenig dünn (Der NZ-Artikel ist bis auf die Einleitung und wenig Worte identisch). Kennt jemand weitere/bessere Quellen für die Geschichte (Der Bericht in der Frankfurter Rundschau ist auch jünger als das Forenposting)?
Torsten said,
June 7, 2006 @ 20:41
Bei Udo Vetter war dieser Link zu finden
http://www.fcc-supporters.de/pdf/Urteil_Verwaltungsrechtsstreit_Saarland.pdf
http://www.lawblog.de/index.php/archives/2006/06/06/die-welt-nackt-zu-gast-bei-freunden
Joerg-Olaf said,
June 7, 2006 @ 20:57
Besten Dank. Die Fakten scheinen soweit passen, das zeigt ja auch der FR-Artikel, der aus einer anderen Quelle zu stammen scheint.
Ich wundere mich aber immer noch über das Parsimony-Postings und den, abgesehen vom Lead, bis auf wenig Worte (Die Bezugnahmen auf die Seiten im Urteil fehlen z.B.) identischen Artikel in der Netzeitung, der offenbar später veröffentlicht wurde.
yamb - mein notizblog » Belegexemplar: Müssen sich unverdächtige Fans nackig machen? said,
June 7, 2006 @ 21:10
[...] [Das hier ist nur mein Belegexemplar, das Original liegt bei kick-dich.de] [...]
Daniel H. said,
June 7, 2006 @ 21:45
Ist das schlechter Stil, wenn ich das hier nochmal schreibe? Naja, was solls, zitiere ich mich mal wieder selbst:
“Kenne das mit folgenden Quellenangaben:
http://www.eintracht.de/fans/forum/1/11101215/
http://forum.dynamo-dresden.de/showthread.php?t=4453
Normalerweise müssen Frauen von weiblichen Polizisten untersucht werden und dann ist das “gesetzlich” legitim. Hätten sie dagegen verstossen bzw. viel wichtiger, hätte man ihnen das nachweisen können, dann hätten die Polizisten Ärger bekommen.
Wobei es in der BRD eigentlich kaum Fälle gibt, wo Polizisten mal Ärger bekommen, wegen ihres teilweise absonderlichen Verhaltens. Die Frage nach der Dienstnummer wird im schlimmsten Fall mit einem Knüppel beantwortet…und wenn auf der Polizeiwache mal jemand “die Treppe runterfällt”, dann wissen ja zum Teil sogar die Sanitäter, was das heisst… “
Kick Dich » Public Viewing: Gestatten, Franz-Stock-Platz, Paderborn. said,
June 7, 2006 @ 22:24
[...] Und so schaut der Franz-Stock-Platz von der anderen Seite aus. Übersichtlich, wie bereits gestern bemerkt. Vorne rechts nicht etwa die Blues Brothers, sondern zwei weitere Herren in schwarzen Anzügen, die sich wahlweise um die Sicherheit sorgten oder weibliche Besucher inspizierten (Ist ihr Job, siehe hier!). [...]
Kick Dich » Stadionkontrolle: Nackt unter Fremden said,
June 9, 2006 @ 22:14
[...] Lawblogger Udo Vetter hat das Opfer einer reichlich entwürdigenden Stadionkontrolle interviewt, über die ich hier vorgestern berichtete. [...]