Archive for June, 2006

WM ist…

…wenn sich Geschichte wiederholt (Vorsicht, Fußballerhumor für Insider).

060630 ArgentinischeMaedchen

Keine Einwürfe zugelassen

Lagebericht Paderborn. Bisschen pathetisch.

[Die Bilder sind unten. Und bei flickr.com]

Eigentlich wollte ich ja daheim bleiben, endlich mal aufräumen. Dinge tun, bzw. vor allem Dinge nicht tun. Ging nicht, ich war einfach zu hibbelig.

War ja auch ein spannendes Spiel. Vielleicht, so pathetisch es klingen mag, das wichtigste der WM. Nicht nur für die deutsche Mannschaft, sondern auch für die Stimmung in diesem Land.

Wer hätte vor der WM auch nur einen Cent auf die Klinsmann-Truppe gewettet? Die Euphorie des Confed-Cups 2005 war längst verflogen, die deutsche Abwehr machte in den Vorbereitungsspielen alles andere als einen vertrauenserweckenden Eindruck.
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(3) Einwürfe

Viertelfinale ist …

… wenn es selbst den Kaiser nicht mehr auf seinem Sitzplatz hält.

Keine Einwürfe zugelassen

Wie der brasilianische Präsident, der kommt auch erst zum Endspiel.

Ist es eigentlich überheblich, nicht einmal die Speicherkarte im Handy für neue Bilder freizumachen, weil es bei einem Sieg gleich gegen Argentinien ohnehin wieder das inzwischen bekannte Chaos in der City geben wird?

Und wenn es keinen Sieg gibt, will man dann überhaupt in die Stadt? Die vermeintlichen Verlierer feiern, die schon jetzt weit mehr erreicht haben, als all die Dummschwätzer & Pseudoexperten uns im Vorfeld der WM prognostiziert haben?

Ach, schaun’ mer mal.

Einwurf (1)

WM ist…

…wenn der deutsche Kaiser in Österreich wohnt.

Keine Einwürfe zugelassen

DFB-Pressekonferenz: Phoenix für alle

Ich bin ja passionierter Phoenix-Gucker. Ansprachen, Podiumsdiskussionen, Pressekonferenzen – das alles hat so etwas beruhigendes. Die Leute tauschen Phrasen aus, jeder kennt die Spielregeln und manchmal erlauben sich die Herren und Damen auf dem Bildschirm sogar kleine Spiele – natürlich inenrhalb der ungeschriebenen Regeln eines Phoenix-Ereignisses. dieses Feeling wird jetzt auch der Normalbevölkerung vermittelt – dank der fast täglichen Übertragung der DFB-Pressekonferenz.

Ich genieße diese Übertragungen. Man muss nicht genau hingucken, das Ritual beansprucht keine Aufmerksamkeit. Eine Tribüne, ein Mediendirektor, ein Trainer und noch ein Spieler als Ablöse. Es funktioniert genau im Prinzip genau so, wie die Phoenix-Pressekonferenzen. Jeder weiß, was er so fragen darf, der Humor ist sorgfältigst dosiert und man lässt ab und an etwas Menschlichkeit durchblitzen. Nicht zu viel. Und doch hat die DFB-Pressekonferenz ein paar eigene Regeln. Spannend finde ich, dass der Bundestrainer anscheinend keine Nachnamen mehr hat. Alle nennen ihn nur noch Jürgen, auch diejenigen, die ihn noch siezen.

Nett eingeleitet diese Fragen immer mit dem öffentlichen Outing des Fragestellers: Herr XY vom Bad Herpoldinger Tagesblatt, Herr AB von der Frankfurter Allgemeinen… Man muss schon was fragen, damit man im Fernsehen kommt. Nichts gehaltvolles, schließlich sehen Millionen zu. Das hilft den alten Aberglauben zu bekämpfen, nur die Fußballer selbst würden kuriose Zitate ablassen. Jürgen, Sind Sie abergläubisch? Wie gefällt Ihnen Berlin, Jürgen? Wollen Sie gewinnen, Jürgen? Werden Sie gewinnen, Jürgen?

Keine Einwürfe zugelassen

Empathie für Randgruppen

Der neue Fußballstar
Sie sind schleichend, hemmen uns in unserem Denken und können Einige sogar in Angstzustände versetzen. Jeder von uns wurde schon auf die eine oder andere Art und Weise mit ihnen konfrontiert – Vorurteile. Und jetzt versetzt euch mal in diese Lage: Egal wo du hingehst, man betrachtet dich mit Abscheu, verurteilt dich wegen Äußerlichkeiten. Keiner gibt sich die Mühe, dich macht richtig kennenzulernen. Du willst die Welt verändern und endlich mal mit all den Stereotypen aufräumen.
Aber was macht man, um den Ruf einer Gruppe aufzuwerten? Man schafft positive Assoziationen! Und um diese möglichst vielen Menschen zu kommunizieren, wählt man das Leitmedium seiner Zeit und springt voll auf den Trend auf: Fußball.
Deswegen solltet ihr alle dieser armen Randgruppe eine Chance geben, damit sie endlich ihr Image aufpolieren kann. Als Deutsche/r kennt man ja die Vorurteile Anderer. Zeigt Empathie und schaut euch am Samstag Kakerlakenfußball an!

Keine Einwürfe zugelassen

Leben bis Männer

Heute ist ja gar kein Spiel. Und gestern war auch keines. Herrje. Da möchte ich mal eine kleine Buchempfehlung loswerden, denn zwischen den Finalrunden sind nun ja immer ein paar Tage frei – wahrscheinlich zur Erholung der Spieler – und da hat man dann eventuell Zeit etwas zu lesen. Und anbieten würde sich doch da auch Fußballliteratur, denke ich mir, damit man nicht gleich wieder rauskommt aus der Materie. Mein Tipp: Leben bis Männer von Thomas Brussig. Die, die Thomas Brussig kennen, wissen, dass in seinen Büchern immer, aber auch wirklich immer, von der Wende die Rede ist. Die haben Recht, denn so auch in Leben bis Männer. Und die, die mich kennen, fragen sich vermutlich, wieso gerade ich Fußball-Literatur (eher Fußball-Wende-Literatur, wobei die Wende nur in Bezug auf die Mauerschützenprozesse und das auch nur am Anfang und am Ende des Buches, zur Sprache kommt) empfehle, wo ich doch diese Sportart immer verabscheute; wie jede andere Sportart übrigens auch. Ich empfehle das, weil ich glaube, dass Leute, die Fußball mögen, dieses Buch ganz nett finden werden, während ich als Sportbanause das Ganze als viel zu fußballlastig und damit uninteressant empfand. Aber für Freunde dieses Ballsports könnte das toll sein. Mit Hornbys Fever Pitch verhält sich das wohl ähnlich.
Worum es eigentlich geht? Das Ganze ist ein Monolog eines bierbäuchigen, von seiner Frau verlassenen, Magdeburger Fußballtrainers. Fußball scheint sein Welterklärungsmodell zu sein. Vor dem Spiel ist nach dem Spiel und überhaupt. Da fallen Namen wie Jens Sparwasser und andere, die ich schon wieder vergessen habe, aber sie fallen. Und wer schon immer mal wissen wollte, was denn eigentlich Fußball und Mauerschützenprozesse miteinander zu tun haben, der findet die Antwort in diesem Buch.

Und noch eine Ankündigung: Ich möchte am Samstag um 17 Uhr noch einmal live bloggen zum Spiel England : Portugal. Mit geballtem Fußballwissen möchte ich hier und auf meiner Website aufwarten.

Keine Einwürfe zugelassen

WM ist…

… wenn man plötzlich weiss aus welchem Land die Nachbarn kommen.

(2) Einwürfe

WM ist…

… wenn die Farbe des T-Shirts von den Kollegen als Kommentar zum gestrigen Spiel gewertet wird und der Kleiderschrank keinen Ton mehr hergibt, der als Schweigen interpretiert werden kann.

Einwurf (1)

Ich weiß, Du bist da schlauer..

..Du bist nicht so ein Prolet,
immer locker, selbst wenns Eins-Null Null-Eins für die Niederlande steht.
„Wer sich aufregt wegen Fußball ist ein armer Idiot“
Kick-Dich selbst, wenn ich Oranje sehe, seh ich halt Gelb-Rot.

Keine Einwürfe zugelassen

Gastbeitrag: Wuppertal – Köln

Eine der kleinen Geschichte am Rand der WM, vielleicht schon zu wahr um es auch zu sein. Vielen Dank an Peter Grabowski:

Ich pendele täglich zwischen Wuppertal und Köln. Als drei Kroaten und ein Mexikaner im Zug auf den Ausgang Ghana-USA wetteten und ihre Handynummern zwecks Schuldeinlösung austauschten, sekundiert von einem Angolaner und einem Tunesier (wenn ich mir das hätte ausdenken wollen, ich wär’ nicht drauf gekommen), habe ich mich dazu gesellen müssen. Ich wurde überschüttet mit Dankesbekundungen für die großartige Zeit in Deutschland, das fantastische Bahnnetz, die große Freundlichkeit der Schaffner, die kalten Getränke, die hübschen Mädchen, die lockere Atmosphäre.

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(2) Einwürfe

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