Abpfiff

Nun ist es soweit, Kick Dich verabschiedet sich.

Spielen wir ein bisschen TV-Kommentator: 21 Autoren haben in 41 Tagen 195 Beiträge verfasst. Wir waren dabei über 63 Prozent der Zeit im Ballbesitz und hatten jeden Tag – so sagt Webalizer – im Schnitt zwischen 600 und 700 Besuchern. Zusammengenommen also ein kleines Fußballstadion voll. Oder ein mittelgroßes Public-Viewing.

Ganz ohne Statistik ausgedrückt: Wir hatten in den letzten sechs Wochen viel Spaß dabei, eine Bieridee auszuprobieren. Es war sehr spannend zu sehen, welche Autoren dem Phänomen Weltmeisterschaft auf welche Art begegnet sind. Wir hatten Korrespondentenberichte aus Paderborn, Berlin und Bonn, ergreifende Live-Berichterstattung vom Fernsehsessel, spöttische Anmerkungen, literarische Skizzen und tiefgreifende Analysen – nicht zu vergessen die Schnappschüsse und Passbilder. Mitgemacht haben Freunde, Bekannte und mir bisher völlig Unbekannte, wir hatten den einen oder anderen Fußballfan und hartnäckige Verweigerer.

Ich möchte mich bei allen bedanken, die mitgemacht haben: dem Team, dass sich nicht scheute, bei WordPress mal tiefer unter die Haube zu gucken, bei allen Autoren, die ständig neue Ideen einbrachten und die eine oder andere Stunde an ihren Beiträgen feilten und natürlich auch den Lesern. Dieses Blog schließt jetzt seine Pforten.

(3) Einwürfe

Was von der WM bleibt

Lippi und Klinsmann sind trotz Erfolges zurückgetreten, der WM-Beauftragte der Stadt Berlin hat sich gar das Leben genommen. Überhaupt, vier Tage nach dem Endspiel ist die Begeisterung einem allgemeinen Ernüchterung mit Gerüchten über Gemauschel gewichen. Mit der gleichen Geschwindigkeit, mit der damals vor fünf Wochen Autos und Häuser beflaggt werden, verschwinden sie wieder sang und klanglos (immerhin). Wird sich zum Beginn der Bundesliga-Saison noch jemand außer den Kommentatoren an die WM erinnern? Also, an etwas anderes als Zidane und Matterazzi?
Ende der Bühne

Einwurf (1)

WM war …

… wenn mein Sohn jetzt am liebsten gestern in den Fußballverein zum Training eintreten möchte … (zusammen mit weiteren 20 % Anstieg bei den Jungs und 25 % bei den Mädels) …

Was Schweinis Qualifikation angeht, da mit zu kommen … na ja, müssen wir nochmal diskutieren …

 

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Genug gefeiert

Meldung von gestern:

Kahlen hatte sich gemeinsam mit den anderen elf WM-Ausrichterstädten in einem Brief an das WM-Organisationskomitee gewandt und um einen Solidarbeitrag gebeten. Köln hat laut Stadt über zwei Millionen Euro zusätzlich für zunächst nicht eingeplante Public-Viewing-Flächen, insbesondere die Deutzer Werft, ausgegeben.

Meldung von heute:

Das Kölner Ringfest fällt in diesem Jahr aus. Das teilten heute überraschend die Veranstalter mit. Grund seien die begrenzten finanziellen Möglichkeiten.

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Der Grund, warum ich früher nicht für arte arbeiten wollte

Ist ein Ball nur ein Ball nur ein Ball?

Fußball ist ein Spiel des unglücklichen Bewußtseins, wie Benjamins Trauerspiel, findet es vor Traurigen statt. Nichts ist dem Fußball unangemessener als der bierselige Vers “So sehn Sieger aus…” Fußball ist und bleibt ein Sport für Loser, zwar nicht für die “radikalen Verlierer” Enzensbergers, die nur eine Ausgeburt des Ressentiments eines alten Mannes sind, sondern für “unglückliche Verlierer”.

.. von Andrèa, bei Frau Bunz in den Kommentaren.

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Nachschlag: Was vom Fußball bleibt

Gerade bin ich heimgekommen. In dieser Stadt (Berlin) feiert Grün, Weiß und Rot. Um es klar zu sagen: Die italienische Nationalmannschaft hat 70 Minuten lang kein bisschen Fußball gespielt. Ich war nach dem Elfmeterschießen – eigentlich schon vorher – stinksauer. Eine mittlere Frechheit, was dort geboten wurde – nachdem die erste Halbzeit ein Fußballleckerbissen war. Italien spielte ab der 46. Minute frei nach Rocko Schamoni „Wir müssen eine Mauer bauen“…
Es tut mir leid für Zizou, dessen Genialität leider auch wie so oft nah am Wahnsinn lag. Maradona, Gascoigne, Cantona, Zidane: die größten Fußballer gehen oft unrühmlich. Talent ist latent, Ballstreichler sind häufig auch Gegnertreter.

Doch von dieser WM wird einiges bleiben. Die Welt zu Gast bei Freunden? Nun ja. Viele Gäste haben sich für die Gastfreundschaft mit Mittelmäßigkeit bedankt.
„Es gibt keine kleinen mehr“? Tunesien, Costa Rica und manch andere Nationalmannschaft haben uns das voller Inbrunst demonstriert.
Schiedsrichter? Umstritten, wie eh und je. Oft wenig souverän. Frankreich hat im Finale einen Elfmeter verweigert bekommen. Italien stand dort nur aufgrund eines eher zweifelhaften ebensolchen gegen Australien.
Überhaupt, Australien. Die Soccerooos gehörten für mich zu den positiven Überraschungen. Gemeinsam mit den sympathischen Ballartisten von der Elfenbeinküste. Ob wir sie jemals wiedersehen werden?

In Deutschland bleibt nun erst einmal ein Loch zurück. Sollen wir uns wirklich die fünf Stunden einer Tour de France-Bergetappe in Kneipen betrinken um am Ende Sekundenabstände zu zählen und zu schauen, welcher fahrenden Apotheke bunte Trikots übergestreift werden? Ich werde darauf jedenfalls weitestgehend verzichten. So wie die meisten Deutschen nun wohl auch wieder ihre Schwarogo-Devotionalien wieder im Waffenschrank verschließen können. Oder Flaggen zu Bekleidungsstücken umnähen. Ich freu mich jedenfalls jetzt auch, dass der Spuk vorbei ist.

WM war.. schön, anstrengend, eine Woche zu lang für meinen Geschmack. Danke an alle Mitblogger/-leser/-kommentatoren.

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WM ist…

… vorbei.

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(3) Einwürfe

Paderborn: Heute mit Verspätung, dafür mit Video!

Stell dir vor, das Spiel ist vorbei und kein Mensch ist am Westerntor. Für Paderborner eigentlich unvorstellbar. Nach Polizei- und Bloggerangaben feierten in den letzten Wochen schließlich jeweils bis zu 6000 Menschen die Siege der deutschen Nationalmannschaft auf dem Verkehrsknotenpunkt am inneren Ring.

Nur heute, da war es irgendwie leer. Zumindest noch um kurz nach elf, immerhin schon eine gute Viertelstunde nach dem Abpfiff und damit zu einem Zeitpunkt, wo nach dem Spielen gegen Schweden und Italien für den regulären Verkehr schon lange nichts mehr ging. Gerade einmal ein paar hundert Fans standen am Straßenrand und schwenkten ihre Fahnen

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(4) Einwürfe

Huup! Huup!

Dritter Platz. Und das strapazierteste – außer Schweinsteigers rechtem Fuß, Figos Hintern und Oliver Kahns Torwarthandschuhen sind: die Hupen. Eben einen kleinen Abstecher über den Ku’damm gemacht. Keine Ahnung was die Leute alle haben. Große Party? naja. Da wird nicht gefeiert. Sondern gehupt. So strapaziert werden die Autotröten sonst wohl nur bei Bummelstaus. Habs mit dem MP3 Ogg-Player aufgezeichnet, lade es nachher hoch, wenn mans halbwegs hören kann. Sieben Minuten Ku’damm ab 23:20 – falls einer Atmo für einen Podcast oder so braucht, bediene er sich.

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WM ist…

… wenn man den dritten Platz feiern kann, als ob es der erste wäre.

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Interview mit Guido Henseler oder “Die Toilettenfrage”

Anja: Guido, du arbeitest für den größten Toilettenlieferanten Deutschlands, TOI TOI & DIXI. Was das mit Fußball zu tun hat, kann sich wahrscheinlich jeder Besucher einer Fanmeile an zehn Fingern abzählen. Aber du hast eine ungewöhnliche Aufgabe. Wie genau lautet deine Funktion?
Guido: Leiter Container Abteilung

Anja: Und wofür bist du bei der WM zuständig?
Guido: Projektleitung der deutschlandweiten VIP Toiletten in allen 12 WM-Stadien.

Anja: Was unterscheidet eine VIP-Toilette denn von einem „normalen DIXI-Klo“?
Guido: MP3-Player rund um die Uhr, marmorierte Wände, Fußbodenbeleuchtung, radargesteuerte Urinale, sensorgesteuerte Waschbecken, Deckenfluter, Deckenspotlights, gefliester Boden ….

Anja: Wo genau stehen denn diese Toiletten und kommt man als Otto-Normalbürger überhaupt in die Nähe?
Guido: Nein, die stehen nur in überwachten VIP Bereichen, welche an die Stadien angrenzen.

Anja: Was kostet eigentlich so ein Nobelklo?
Guido: Wie ein Mittelklassewagen mit gehobener Ausstattung, zum Kauf. Miete ab `nem 1000er pro Tag zzgl. Transport.
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“Wir haben den Goleo erhängt”

Vorhin, vor Sonnen also, in Geburtsstadt gewesen. U.a. Eltern besucht, Vatter den neuen Opera 9 erklärt: Widgets, niedlich aber überflüssig. Vatter sagt: Gippt keine Interlektuellenpinte mehr vor Ort, gehse Park. Bin ich dann auch. Rondell. Hockten die Jungs, bedrogt und besoffen wie immer. Und ich habe mir dann gerne von Euch die alten Krautrockgerüchte angehört, nach denen Hugo-Erwin Balder das hat nicht gepielt haben soll. Und Jacki Liebezeit das und das schon. Schönen Dank, Jungs – und bis die Tage.
Aber das Beste: Die Jungs haben nach dem Ausscheiden der Moffen den Goleo erhängt. – Wunderschöne Idee, das.

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Warum hier eine Bildunterschrift, mit Fragezeichen?

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